#redenhilft 72: Viel Meinung, wenig Ahnung?

Shownotes

Gerd Schöller beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit erneuerbaren Energien. Im Gespräch mit Uli Britting räumt er mit gängigen Mythen auf und spricht darüber, was Solarstrom, Batteriespeicher und E-Mobilität tatsächlich leisten können. Dabei geht es nicht nur um große politische Debatten, sondern vor allem um die Frage, was Unternehmen konkret tun können. 

Wie lassen sich Energiekosten senken? Welche Investitionen lohnen sich? Und warum scheitert manches nicht an fehlenden Lösungen, sondern an Bürokratie und komplizierten Rahmenbedingungen? 

Gerd gibt Einblicke aus seiner unternehmerischen Praxis und erklärt, warum der erste Schritt manchmal einfacher ist, als man denkt. Doch wie viel Potenzial bleibt ungenutzt – und was müsste sich ändern, damit die Energiewende für Unternehmen wirklich Fahrt aufnimmt? 

Gast: 
Gerd Schöller 

Schoenergie  
SPIEGEL Bestseller "Unter HOCHSPANNUNG"
Die Zuversichtlichen  
LinkedIn  

 

Host: 
Ulrich Britting

LinkedIn 
ba tax gmbh 

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00:00:00: Uli Britting (00:00.892) Herzlich willkommen zur neuen Episode vom bataxter. Ich bin Uli Britting und ich spreche heute über die Energiewende mit allen Vor- und Nachteilen, Mythen und Fakten und zwar mit einem, der es wirklich wissen muss, Gerd Schöller. Der hat sogar ein Buch darüber geschrieben. Gerd, welches Gerede hat dich bei deinem Buch so genervt, dass du ein Buch schreibst unter Hochspannung Schluss mit dem Gerede?

00:00:01: Gerd (00:29.236) Hallo Uli, erst mal vorab und ich freue mich wirklich tierisch bei dir, Gast sein zu dürfen in deinem Podcast. Ja, unter Hochspannung war, ich glaube, die Ansammlung von den unterschiedlichsten Themen, weil wir in den klassischen Diskussionen und da geht es von der Ebene politische Diskussion, politische Debatte, aber auch die

00:00:02: Uli Britting (00:37.622) Vielen Dank.

00:00:03: Gerd (00:56.968) Die Diskussionen, die viel zu selten geführt wird in der Kneipe, an der Theke, wo ganz viele unterschiedliche, ja, Punkte diskutiert werden, wo ganz viel Meinung dabei ist, aber an einen oder anderen Stelle die Faktenlage fehlt. Und da wird versucht, immer dann auf gleicher Ebene zu diskutieren. Und da gab's viele Punkte, die mich einfach dazu bewogen haben, das Ganze mal zwischen zwei berühmte ... Kartondeckel zu packen und ein Buch daraus zu schreiben. Und diese Ansammlung habe ich dann einfach zusammengefasst in den unterschiedlichsten Themenblöcken und mit vielen Mythen einfach aufzuräumen.

00:00:04: Uli Britting (01:44.408) Ja, spannendes Thema. habe dich ja mal bei den Zuversichtlichen oder die Zuversichtlichen in Mainz live in der Diskussion erlebt. Das war schon sehr unterhaltsam und spannend. Aber warum bist du überhaupt befähigt, über dieses Thema zu sprechen? Du bist auch Unternehmer. So viel kann ich verraten. Vielleicht kannst du uns ein bisschen was über dich, dein Unternehmen und deine unternehmerische Reise verraten.

00:00:05: Gerd (02:10.43) Wir leben seit mittlerweile fast 20 Jahren dieses Thema der Energiewende. 18 Jahren, 19 Jahren mittlerweile im eigenen Familienbetrieb, Familienunternehmen. Und da haben wir ... oder hab ich ganz viel aus der Praxis auch gesehen. Und wenn du so lange in einem Themengebiet unterwegs bist, wenn du dich so lange damit beschäftigt hast, dann muss es auch Passion und Leidenschaft sein. Und wenn ich dann abends ... mal auf der Couch gesessen habe und man durchs Fernsehen zappt, dann sieht man doch immer ganz viele Dokumentationen über das Thema Klimawandel, Energiewende. Und dann habe ich auch angefangen, Bücher dazu zu lesen, auch zu den anderen Themen der Energiewende. Wie funktioniert ein Wärmemarkt? Welche interessanten Konzepte gibt es? Und Daraus ist dann nachher, so neben dem, wir alltäglich tun, wir Solarparks, bauen große Batteriespeicher, also wir sorgen dafür, dass Strom in der Zukunft nachhaltig grün und auch günstig wird. Und neben diesen Punkten, was wir tagtäglich tun, ja, war es mir dann auch wichtig, das außenrum zu betrachten. Das außenrum, wie gerade gesagt, wie funktioniert Wärmewende, wie funktioniert Verkehrswende. Was sind gute Ideen aus der Vergangenheit, die wir in die Zukunft bringen müssen und welche Ideen waren vielleicht weniger gut und davon sollten wir uns verabschieden.

00:00:06: Uli Britting (03:45.502) Ja, und du sagtest, du machst das im eigenen Familienunternehmen. Das ging ja aber nicht von Anfang an so gut und so los. Wie war die Reise? Seit wann kam der Durchbruch? Wann kam die Entscheidung, die erneuerbaren Energien zu setzen? Und was sind so, wenn du drüber reden kannst, Vorzeigeprojekte, wo ihr mit involviert seid?

00:00:07: Gerd (04:08.5) Also, als wir angefangen haben, 2008, mitten in der Finanzkrise, ich glaub, wir waren so naiv, dass wir die Finanzkrise gar nicht so wahrgenommen haben, haben wir schon direkt angefangen, Photovoltaikanlagen, Solarstromanlagen auf Einfamilienhäusern zu bauen. Deswegen war dieses Thema Erneuerbare schon immer dabei. Und ... hat sich dann immer in größer werdende Projekte ... gebracht und hat uns dahin gebracht. Und zu Vorzeigeprojekte neben unserem Batteriespeicher hier in Föhrn, der in seiner Form einzigartig auf Kontinentaleuropa ist, haben wir ganz viele Abenteuer auch erlebt. Also wir waren Wir sind immer dahin gegangen, wo Arbeit war. Und diese Arbeit hat uns dann total verrückte Orte gebracht. Wir haben einen Solarpark in Nicaragua gebaut mit unseren eigenen Monteuren. Wir haben im Iran ein Solarprojekt realisiert, aber auch viel in Europa. Da gibt es ganz viele spannende Projekte, wo jedes dieser Projekte eigentlich so eine Geschichte mit sich erzählt. Mal spannend, mal weniger spannend, mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich. Aber diese Geschichten stecken hinter jedem Projekt.

00:00:08: Uli Britting (05:41.316) Ja, ein bunter Blumenstrauß, wie du erzählst, und auch international. Das finde ich immer ganz wichtig bei den Mythen, dass nicht nur Deutschland die Energiewende macht, sondern das international passiert. Gerade in den Ländern, die immer als Aber China sozusagen betitelt werden, passiert ganz viel. Ich möchte aber nochmal über deine Firma sprechen. Du machst es ja seit 2008 und in den letzten zehn Jahren seid ihr schon auch als Unternehmer erfolgreich. gewachsen? Wie groß seid ihr jetzt? Wie viel macht ihr? Und wo habt ihr angefangen, damit unsere Zuhörenden auch ein bisschen die unternehmerische Leistung und Erfahrung mitwürdigen können?

00:00:09: Gerd (06:23.864) Also wir haben 2008 mit vier Menschen angefangen, drei Brüder und ein externer Mitarbeiter. Der externe Mitarbeiter Bass ist heute auch immer noch da, hat die Personalnummer 4. Und 2016 hatten wir, haben wir den Markt in Deutschland als extrem schwierig gesehen. 2012 waren schwierigere Jahre. Und 2016 haben wir uns das erste Mal dazu entschieden, strategisch die Unternehmung ein bisschen anders aufzubauen, wesentlich systemischer aufzubauen. Haben dann in der Zeit ein Wachstum gehabt bis auf 50 Mitarbeitende. Und haben uns dann angefangen, ein bisschen auf drei Spaten zu konzentrieren, eigentlich so nach Größenordnung sortiert. Ein-Familienhaus-, Zwei-Familienhausprojekte, Solaranlagen, Batteriespeicher hat dann auch in dem Zeitraum angefangen, haben dann angefangen, auch Geschäftskunden stärker mit in den Fokus zu nehmen, aber auch der dritte Bereich, mittlerweile der größte Bereich, der Bereich der Solarparks, den wir immer weiter ausgebaut haben. 2020, während Corona, hatten wir nochmal Ähnliche strategische Entscheidungen, entweder bleiben wir jetzt bei 50, 60 Mitarbeitenden oder wir bauen das Ganze nochmal auf, waren dann natürlich auch so ein Stück weit getragen durch die Fridays-for-Future-Bewegungen, durch die Grünen-Beteiligung an der Regierung, sodass wir in den letzten drei, vier Jahren ab 2022 das Unternehmen aufgebaut haben auf 360, 370 Mitarbeitende, 150, 160 Millionen Euro Umsatz in der Gruppe gemacht haben und auf dem Niveau aktuell auch ein Stück weit sind. Haben uns von ein paar Mitarbeitern aufgrund von Marktveränderungen trennen müssen. Auch politische Entscheidungen, die dann nochmal dazukamen. Gut, es hochgeht durch politische Entscheidungen, wir auch manchmal die Verpflichtung, dann uns auch an den Markt anzupassen, sodass wir aktuell ungefähr 320 Mitarbeitende sind. Und das, was wir bis heute aufgebaut haben, alles aus der eigenen Substanz heraus aufgebaut.

00:00:10: Uli Britting (09:01.276) Ihr Herzlichen Glückwunsch in der Startup Szene sagt man Geburtsstrap aus eigener Substanz gemacht auf über 300 Menschen und die Umsatzgröße ist schon eine wahnsinnige Leistung. Herzlichen Glückwunsch schaffen nicht so viele muss man auch mal dazu sagen. Wenn man über über Bücher liest und wo unternehmerische Reisen hingehen. Jetzt haben wir ein bisschen über dich gesprochen. Jetzt wollen wir ein bisschen über die Energie.

00:00:11: Gerd (09:18.563) Danke Dir.

00:00:12: Uli Britting (09:30.616) Krise oder die Erneuerbaren sprechen. würde gerne so einen kleinen Mythencheck mit dir machen. Solarstrom ist teuer.

00:00:13: Gerd (09:44.627) Ja, nein, vielleicht. Das, was wir häufig in dieser Aussage mit dabei sehen, Solarstromanlagen ist eine Assetklasse, die sehr investitionslastig ist. Also wir haben am Anfang eine hohe Investition, aber danach auch ganz geringe Betriebskosten. Deswegen zu sagen, wenn wir die Investition sehen, ja, ist Solarstrom. Von der Anfangsinvestition her mit Sicherheit hoch. Aber die Anlagen, wir kennen die Anlagen, jetzt seit 19 Jahren, die ersten Anlagen, die wir gebaut haben, da waren wir alle drei, vier Jahre mal, uns die Anlage angucken. Die laufenden Kosten sind einfach extrem niedrig. Deswegen, wenn wir das Ganze betrachten, es gibt so, ja. So ein Wert, nennt sich Levelized Cost of Electricity werden die Anfangsinvestitionskosten mit einem Zins für die Fremdkapitalanteil durch die gesamte Energie geteilt. Ganz einfach. Und da ist Solarstrom die mit Abstand günstigste Erzeugungsform in der Erzeugung. Und jetzt werden die anderen Mythen wiederkommen. Ja, aber Solarstrom ist ja nur dann da, wenn die Sonne scheint. Ja, dem ist tatsächlich so. Aber dafür haben wir wirklich eine tolle Erfindung gehabt. Und das sind die Batteriespeicher, die jetzt dazu führen, ganz einfach die Sonne auch in der Nacht scheinen zu lassen. Und wenn wir diese Kosten miteinander kombinieren, dann haben wir Systemkosten, die absolut konkurrenzfähig sind.

00:00:14: Uli Britting (11:27.71) Ja, Dunkelflaute wäre mein nächster Mythos gewesen. Dann überspringe ich das mal. E-Autos sind eine Übergangstechnologie.

00:00:15: Gerd (11:39.598) Übergang wohin? zu... Also wir haben es bis heute mit Sicherheit nicht erfunden. Aber für mich ist das die Lösung Stand heute. Ich wüsste nicht zu welchem Thema oder wohin das eine Übergangstechnologie sein kann. Viele rufen an der Stelle nach Wasserstoff oder nach synthetischen Kraftstoffen. Nur muss man an der Stelle sagen, je weniger Umwandlung wir haben von der Steckdose auf die Straße, desto besser ist der Wirkungsgrad. Und Wirkungsgrade, Verbrennermotor heute zwischen 25 und 30 Prozent, dann sind die schon effizient. Das heißt aber, von jedem Liter Diesel, wenn wir so ein Äquivalent nehmen von zehn Kilowattstunden, sind sieben Kilowattstunden Wärme. Und diesen Wärmeprozess, also diese fahrende Heizung, die wird ja nicht weniger, wenn ich einen synthetischen Kraftstoff verwende, sondern der Wirkungsgrad bleibt der Scheißwirkungsgrad, den wir vorher hatten. Und Wasserstoff macht es jetzt auch nicht unbedingt besser. Deswegen ... die fahrenden Batterien sind schon wesentlich sinnvoller als die fahrenden Heizungen.

00:00:16: Uli Britting (13:06.725) Warum wird dann so dagegen gekämpft? das purer Lobbyismus der Menschen, die mit anderen Technologien Geld verdienen oder gibt es auch rationale Argumente?

00:00:17: Gerd (13:19.712) hast du vor längerer Zeit mal irgendwie wieder so eine Auto-Zeitschrift aufgemacht.

00:00:18: Uli Britting (13:27.164) lange nicht mehr. Ich habe nur letztens einen Werbespot gelesen, wo sich ein deutscher Hersteller mit einem großartigen neuen Luxus-Verbrenner-Auto dargestellt hat.

00:00:19: Gerd (13:39.832) Aber wenn wir so über Autos sprechen und dann erotische Kurven von Autos oder Kurven von Autos überhaupt an die gedankliche, vielleicht die Anlehnung eines menschlichen Körpers. Wir haben es ja geschafft, Autos zu einem Stilmittel eines Ausdrucks zu machen. Wenn du dir heute die Fronten von Audi, BMW oder sonstiges anguckst, dann sind die sehr wuchtig, massiv, sehr aggressiv. Und dadurch schaffen wir es ja, in ein Auto eine Emotion reinzulegen. Und diese Emotion ... zieht sich halt komplett mit durch. Und diese Emotion zieht sich dann ja auch in diese komplette Diskussion mit durch. Wenn wir in ein Auto darauf runterbrechen, was es ist, dann ist es Und so sagt der Begriff Automobil es ja auch, uns automatisch von A nach B zu bringen. Das ist ein Auto. Was wir aber draus machen, ist Statussymbol, ist Lebensgefühl, also alles, was dahintersteht. Und daher kommt eine Emotionalisierung dieser Debatte. Und solange wir sagen so ein ... Ja ... Zwölf-Zylinder-Motor beim Angehen, ja, der brodelt natürlich und ich würde auch gerne sagen, das ist auch interessant, welche Ingenieurskunst dahinter steckt. Aber das führt alles dazu, dass wir das unheimlich emotionalisieren und in dieser Diskussion lässt sich meines Erachtens das nur ganz, schwer sachlich diskutieren. Und alle tun natürlich Das, was für sie am besten ist, klassische Lobbypolitik, ohne das negativ zu meinen, sie versuchen das hinzubekommen, wo sie am meisten Geld mit zu verdienen. Und dann hat die Automobilindustrie natürlich ein Interesse daran, das noch wesentlich stärker zu emotionalisieren.

00:00:20: Uli Britting (15:46.648) Schön beschrieben finde ich. Wenig Platz für Emotionen dabei. Sachlich die emotionale Diskussion auf den Punkt gebracht. Vielen Dank für diesen Bogen, den du da gemacht hast. Du bist ja jetzt Mittelständler auch mit dem produzierenden, installierenden Betrieb. Wenn wir jetzt uns mal in den klassischen deutschen Mittelständler hineindenken. sage mal 80 Menschen, Produktion. Was sind die ersten drei Schritte, wenn er über Elektrifizierung erneuerbare Energien nachdenkt? Wie würdest du da rangehen?

00:00:21: Gerd (16:26.656) Mir ist immer ganz wichtig, erst mal hinzuschauen, wie hoch sind denn die Elektro- oder die Stromkosten an der Wertschöpfung des kompletten Betriebes. dann einfach zu sagen, sind es zentrale Themen oder habe ich irgendwo noch andere Themen? was habe ich da? Und danach lohnt es sich nach dieser Erstanalyse einfach nochmal hinschauen, wann verbrauche ich in Summe die Energie? Grundsätzlich ist Einsparungen durch einfache Umstellungen einfach die beste Lösung. Also jede Kilowattstunde, die wir erst mal nicht brauchen, ist eine gesparte Kilowattstunde, egal was sie kostet. Und dann ist das Hauptthema zu gucken, okay, wie kann ich sie denn anders herstellen, gegebenenfalls. So, und dann ist die eigene Erzeugung auf dem Betrieb herzustellen. Wenn ich das nicht kann, zu gucken, kann ich meinen Energieeinkauf optimieren, kann ich mich irgendwo in der Nähe an einem Solarpark, an einem Windrad beteiligen. kann ich einen Batteriespeicher bei mir installieren, der auch ohne Erzeugungsanlage echt gut funktioniert, weil er einfach Lastspitzen mit rausnimmt. Das sind dann einfach der Schritt Nummer drei. Aber die ersten beiden Schritte, kosten relativ wenig. Wie ist meine Situation? Wo kann ich Quick Wins laufen lassen? Und dann, kann ich mit Investitionen, mit cleveren Investitionen langfristig von.

00:00:22: Uli Britting (18:02.68) Vielen Dank. Jetzt waren wir bei Unternehmern. Wie ist es denn mit den Mietern? Also wenn ich die Diskussion führe, ich habe ein E-Auto, Solaranlage, Speicher, da sagen die Leute ja, eigenes Haus ist natürlich ganz einfach, da ist der Platz und kannst das machen. Wie kriegen wir die Masse der Menschen, die in Mietshäusern wohnen und sagt, wo finde ich einen Parkplatz, wo finde ich eine Ladestation? Wie kriege ich, wie kriege ich, kann ich selber Teil dieser Veränderung werden. Was kann man denen sagen? Wie nehmen wir die Mieter mit?

00:00:23: Gerd (18:39.762) Ich muss gerade bisschen schmunzeln, weil dieses Mieterthema oftmals als schlechtestes Beispiel genutzt wird, wo wir Menschen über die Energiewende verlieren. Da müssen wir tatsächlich auch aufpassen, die mitzunehmen. Und das können wir heute durch A, PV-Anlagen oder Erzeugungsanlagen in Summe auf Mehrfamilienhäusern mitzurichten. Da haben wir durch Mieterstrommodell die Möglichkeit, das zu tun. Und auf der anderen Seite Akzeptanz durch Beteiligung. Also wir haben mittlerweile mit den hiesigen Stadtwerken, mit den Stadtwerken in Trier auch ein Produkt entwickelt, wo die Möglichkeit besteht, sich an einem Solarpark zu beteiligen und die Erzeugungsmenge, die aus dem Solarpark kommt, dann für mich zu Hause zu verwenden. Und das sind Modelle, wo wir einfach Mieter mitnehmen. Was wir dazu noch bekommen müssen, ist einfach diese Elektrifizierung der Parkplätze. Also Ladeinfrastruktur. in Mietshäusern ist ein zentrales Thema. Wir bekommen die nur mit, wenn wir diese Ladeinfrastruktur auch vor Ort haben. Daraus ergeben sich aber wieder neue Geschäftsmodelle. Jetzt weniger für die Mieter, sondern mehr für die Vermieterseite. Dass wir diese fahrenden Batterien, die dann tagsüber oder abends nachts da laden einfach auch mitvermarkten zu können. Und zu sagen, wir kaufen gegebenenfalls, wenn günstig Strom da ist, den ein, speichern den in den Fahrzeugen zwischen und können dann aber auch den Mietern wieder günstigeren Strom anbieten aus den Fahrzeugen heraus. Ich hab meine mobile Batterie einfach miteinander gebündelt und kann die dann nutzen, Energievermarktbar zu machen. Und da geht's weiter. Ich musste am Anfang der Frage auch ein bisschen lachen, weil es Lösungen gibt, Mieterinnen und Mieter mitzunehmen. Und wir dürfen die nicht immer als Opfer der Energiewende darstellen. An manchen Stellen ist dem so, das würde ich auch keinen Hehl draus machen, aber an vielen Stellen haben wir die Lösung.

00:00:24: Uli Britting (21:19.256) Ja, müssen nur eingeführt werden. Ich erinnere mich an einen Teil der Diskussion bei die Zuversichtlichen, als du über Smart Meter gesprochen hast, wie die Situation in Deutschland im Vergleich zu allen Ländern, sage ich jetzt mal drum herum, ist. Bevor wir gleich zum Schluss kommen, kannst du vielleicht dazu nochmal was sagen. Wie steht Deutschland bei Smart Metern da? Warum ist das so? Und wie ist das im Vergleich zu den Nachbarländern?

00:00:25: Gerd (21:47.734) Also wir haben es wirklich sehr, gut geschafft, in Deutschland die Smart Meter auf einem ganz niedrigen, überschaubaren Bereich zu halten. Also wenn das unser Ziel war, ist das positiv gelungen. Andere Länder außenrum, Spanien, Italien, Frankreich, sind da schon viel, viel weiter, als wir das sind. Jetzt wird der gemeine Netzbetreiber sagen, ja, aber die Anforderungen sind bei denen auch ganz andere, anders Thema, intelligente Messsysteme. als das bei uns ist. Und da kommt wieder so ein klassisches deutsches Thema, und da gibt's auf der EU-Ebene mittlerweile sogar einen Begriff für, nennt's Gold Plating. Wir haben alle die gleichen Regeln, aber wir Deutschen müssen uns immer wieder einreden, dass wir Sachen besser, schneller, intelligenter, sicherer können als die komplette EU. Geben uns dann so hohe Regeln und Standards, dass wir sie selbst gar nicht mehr erfüllen können. Und daran scheitern wir aktuell. Aber wir scheitern dann auch an so Leuten wie mir. Eine kleine Anekdote, ich habe vor kurzem das Schreiben meines Netzbetreibers bekommen. Sehr geehrter Herr Schöller, wir möchten Sie mit einem Smart Meter ausstatten. Wir kommen am 12. Oktober zu Ihnen und tauschen den aus. Ich hatte dieses Schreiben wirklich bei mir zu Hause. Ich hatte meiner Frau nicht Bescheid gesagt. Die Stromsache liegt bei mir zu Hause. Ich hatte so an den Kühlschrank gepappt mit so Magneten. Und dann rief mich am 12. Oktober nachmittags jemand an, Herr Schöller, heute Morgen war bei Ihnen keiner zu Hause, als ich den Smart Meter einbauen wollte. Also manchmal liegt es dann auch an den Menschen selbst. Und da gehe ich mit ganz schlechtem Beispiel voran. Ich habe jetzt einen neuen Termin und gucke, ob ich dann auch zu Hause bin.

00:00:26: Uli Britting (23:47.806) Ja, dann bin ich gespannt, wann es bei dir klappt. habe meinen Antrag auch gestellt. Ich warte jetzt. Ich warte jetzt, weil sehen, wie lange das dauert. Zwei Fragen zum Abschluss. Einsatz, was sollen Unternehmer morgen früh tun?

00:00:27: Gerd (24:06.91) In die Buchhaltung gehen sich die Stromrechnungen rausgeben lassen.

00:00:28: Uli Britting (24:10.1) Schön. Und wenn die nicht weiterkommen, fragen sie ihren Steuerberater, der hat das bei sich. Da haben wir auch den Punkt zu uns gefunden. Sehr schön. Letzte Frage. Du, Energie- und Wirtschaftsminister, zwei Sachen, die du tun kannst. Du hast nur einen Tag. Und die Nachfolgerinnen können das auch nicht mehr ändern.

00:00:29: Gerd (24:13.742) Ja. EEG, also das Erneuerbare-Energien-Gesetz, 1.1. endlich in Kraft setzen lassen. Ganz egoistisch. Wir verhandeln nach wie vor immer noch über ein Gesetz, welches zum 1.1. in Kraft treten soll. Dann würde ich anfangen, Wirtschaftspolitik zu machen. Weil unsere Ministerin macht ausschließlich Energiepolitik und keine Wirtschaftspolitik. Und das ist etwas, was für uns Zentrales als Unternehmer zentrales Thema ist. Wir brauchen eine aktive, unterstützende Wirtschaftspolitik. Und Energie ist ein absolut wichtiges Thema. Aber wir haben noch ganz viele andere in diesem Land, die wir endlich mal angehen sollten.

00:00:30: Uli Britting (25:27.09) Ach, ein schönes Schlusswort. hast mir vorhin gesagt, wenn du beim ungeskripteten Podcast zu extremistisch wirst, dann soll ich dich unterbrechen. Das war hier jetzt noch nicht der Fall. Aber wir hatten ja vorher vom Schlusswort gesprochen. Ich danke dir für deine fast 26 Minuten Zeit über dein Buch und „Unter Hochspannung. Schluss mit dem Gerede. So lösen wir die Energiekrise zu sprechen und über deine Gedanken zu dem, was da geht und was jeder machen kann. Vielen Dank für deine Einsichten.

00:00:31: Gerd (25:56.298) Hat mir Spaß gemacht.

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