redenhilft #63: öko x Erfolg

Shownotes

Kostendruck bei energieintensiven Unternehmen, stellt einen vor sehr intensive Herausforderungen. Wenn daraus eine Überzeugung wird, ist es spannend. Markus Mann berichtet in unsere neuen Episode, wie er sein Familienunternehmen mit 100 Mitarbeitenden kraft seiner energiegetriebenen Transformation sukzessive auf links gedreht hat. Angefangen bei Windrädern für die eigene Stromversorgung, über ein Biomasse-Heizwerk, eine Pellet-Fabrikation, Photovoltaik, … you name it. Markus Mann war am Start. Auch bei der Elektrifizierung des Fuhrparks, und wir sprechen nicht über e-Lastenfahrräder, sondern über 40-Tonner. Für ihn brachte die Transformation nicht nur weniger Kosten und mehr Wirtschaftlichkeit, sondern echten, im doppelten Sinne, nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Hört Euch das mal an!

Gast

Markus Mann Website

Host: Ulrich Britting
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ba tax gmbh
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Ulrich: Herzlich willkommen zur neuen Episode von ba taxter. Ich bin Ulrich Britting und ich begrüße einen tollen Unternehmer in dieser Folge, den Markus Mann. Herzlich willkommen, Markus.

Markus Mann: Ja, hallo Uli, grüß dich.

Ulrich: Ich bin auf dich gestoßen über einen LinkedIn-Beitrag, ein Unternehmer, wo über dich berichtet worden ist und dein Unternehmen, weil du deine LKW-Flotte auf E-Mobilität umstellst und hab dich dann einfach angeschrieben und freue mich sehr, dass du zugesagt hast. Aber bevor wir in dieses ganze Thema E-Mobilität und Transformation einsteigen, wer ist Markus Mann und was machst du den ganzen Tag?

Markus Mann: Mein Name ist Markus Mann, ich bin 59 Jahre alt, habe drei Kinder und leite ein mittelständisches Familienunternehmen mit 100 Mitarbeitern. Wir sind vorwiegend im Bereich der nachhaltigen Energiewirtschaft und der Holzverarbeitung unterwegs. Wir haben ein großes Sägewerk und wir machen auch so rund eckig und alles, was nicht eckig wird, machen wir rund zu Holzpellets als Brennstoff.

Ulrich: Das ist also klassische deutsche mittelständische Industrie, auch energieintensiv, richtig?

Markus Mann: Ja, wir gehören zu diesen energieintensiven Industrien und wir brauchen rund 10 Millionen Kilowattstunden Strom bei uns im verarbeitenden Betrieb. Eine Million geht ungefähr in die Mobilität rein.

Ulrich: Das ist eine ganze Menge. ⁓ Wir haben uns ja nur über diese LinkedIn-Anschreiberei kennengelernt, weil du das umstellst. Da hast du mir ein bisschen über deinen Werdegang erzählt, weil du dich ja schon ganz früh für erneuerbare Energien interessiert hast und auch einer der Vorreiter bei dem Windradbau warst. Kannst du noch ein bisschen ⁓ über deine Historie in diesem Bereich, warum dir das so am Herzen liegt, erzählen?

Markus Mann: Ja gut, habe in Bremen studiert, Außenhandel und Verkehr, internationalen Handel an der Deutschen Außenhandel und Verkehrsakademie. dort, das war zur Zeit des ersten Golfkrieges. Und es gab dann Demonstrationen am Bremer Marktplatz. Das war 1989, 1990. In dieser Zeit war das. Und dann gab es Demonstrationen, kein Krieg um Öl. Und dann hatte ich an den elterlichen Betrieb gedacht, eine Spedition, wo vielen... Logistik stattfindet und alles mit Diesel betrieben ist. Und dann habe gesagt, was kannst du denn machen? Und hat mich schon damals fasziniert, vor allem wenn man im Westerwald wohnt und auf den Höhen, da pfeift der Wind so kalt. Also war die Idee geboren, ein Windrad zu errichten. Ich war 24 Jahre alt, Papa hat mir das Geld geliehen und das war damals das erste kommerzielle Windrad überhaupt für Rheinland-Pfalz. Und das, was mich am meisten bewegt hat, war damals die Idee, oder die Aussage von diesen alten weißen Männern, diese Ingenieure, die alles schon wussten und sagten, in maximal zehn Jahren liegt das Ding ⁓ haben Sie noch nichts vom Grovian gehört. Grovian war ein Windkraftprojekt aus den 80er Jahren, wo bewiesen werden sollte, dass nicht funktioniert. ⁓ jetzt haben wir Mai 26 und das Windrad dreht jetzt seit 35 Jahren Tag ein, Tag aus und funktioniert gut. Wir haben auch da eine persönliche Laufzeitverlängerung auf 50 Jahre beschlossen. Also 50 Jahre soll die Anlage wenigstens drehen. So haben wir uns vorgenommen.

Ulrich: Das ist ja eine ganze Menge. Wie viel produziert ihr mit dem Windrad? Die haben sich ja auch verändert in der Zeit, wenn das aus den 90ern, aus den frühen 90ern stammt.

Markus Mann: Also das größte, was man damals kaufen konnte, war 1991 diese 150 kW Anlage. Die macht im Jahr so im Schnitt 160.000 Kilowattstunden. Und wir haben zuletzt eine so eine alte 150er weggenommen und zwei 17er in Betrieb genommen, ein neues Windrad. Das war da zu dem Zeitpunkt Stand der Technik mit 3,2 Megawatt, also 3.200 kW. Das macht 48 Mal so viel Strom. wie das Windrad, das wir da weggenommen haben. Also wahnsinnig tolle Entwicklung, auch technisch in so kurzer Zeit.

Ulrich: Ja, Wahnsinn. Das ist schon erstaunlich, wie der technische Fortschritt geht. ⁓ ja, spannend, dass du so ein früher Vorreiter warst. Und Krieg um Öl ist ja wieder ein aktuelles Thema. Und ich finde das ganz spannend, weil ich öfter mal mit Unternehmerinnen spreche. Entschuldigung, Benji, bitte einmal rausschneiden. ⁓ fang noch mal an. Ich finde das ganz spannend, weil ich öfter mit Unternehmerinnen spreche, die eher Dienstleistungen machen oder Nachhaltigkeitsberatung. Manchmal auch in kleinteiligeren Verkehrsbetrieben, aber noch keinen Gast hatte, der mit einem Sägewerk und einem dazugehörigen Fuhrpark und Forstwirtschaft doch hart ⁓ Basisindustrie würde ich es fast nennen, ⁓ wo richtig deutsch mittelständisch geschafft wird und das auch noch im bergigen Gelände. Wie war da die Entwicklung in dem Betrieb? Seit wann machst du das und wie war die Entwicklung im Bereich Erneuerbare? Wieso hast du das vorangetrieben?

Markus Mann: Die 1991 war das Windrad und die Nachbar, also die Tante Anna mit ihrem Sägewerk, was auch aus unserem Familienbetrieb heraus entstammt hatte, immer viel Rinde und Säge-Nebenprodukte. Wir haben ein Biomasse-Heizkraftwerk dann gebaut in 1995. Aus der Folge daraus später ein Pelletwerk, das Sägewerk dann erweitert, verschiedene Linien. Also einfach lokale Rohstoffverarbeitung, Verwertung. Aber immer das Problem auch, dass man Energie braucht. und die natürlich möglichst lokal auch erzeugt. Und so ist auch die Windbranche weitergegangen, dass wir dort noch weitere Windräder gebaut haben. Und ich habe 2010 mit einem fahrbaren Schuhkarton angefangen. Das war damals ein Citroën C-Zero. Das war das erste Serienfahrzeug Elektroauto. Da konnte ich hier von Langenbach aus nach Montabaur an den ICE-Bahnhof hin und zurück. Aber im Winter hatte man kalte Füße, weil diese 75 Kilometer war schon eine Herausforderung. Und damit fing es an 2010. haben auch 2010 die erste öffentliche Ladesäule am Kinocenter in Hachenburg, SINEX, errichtet. Das war auch total verrückt, weil es gab ja eigentlich noch gar kein Elektroauto. Es war gerade neu rausgekommen, dieser Lotus Elise Umbau von Tesla. Damit ging es ja los. Die allerersten haben gesagt, boah, das wäre doch jetzt was. Und ja, jetzt fahren meine Frauen nicht fast hauptsächlich einen BMW i3 der allerersten Generation. Er hat jetzt 180.000 Kilometer, 13 Jahre ist er alt. Hat noch kein e am Kennzeichen, weil es war gesetzliche Grundlage, gab es noch gar nicht, dass noch was hinter den Zahlen stehen darf. Und der hat in der Summe jetzt in den 13 Jahren hatten wir die Tage mal die Zahl zusammengetragen, 3.100 Euro Wartungs- und Instandhaltungskosten verursacht bei uns im Unternehmen. Und auch für den haben wir jetzt eine Laufzeitverlängerung beschlossen. Wir haben gesagt, wir gucken mal, wie lange es denn geht. weil wir haben noch so 82 Prozent Batteriekapazität bei dem Fahrzeug. Ich weiß jetzt nicht, ob das irgendwann abstürzt ganz jeh oder ob das jetzt einfach noch die nächsten 13 Jahre nochmal 20 Prozent verloren gehen soll mit dem dicken Daumen. Wir werden es sehen. Wir probieren es aus.

Ulrich: Ja, in der regionalen Nutzung eines Autos, Kfz, geht das ja ganz gut mit 80 Prozent Ladekapazität. Wenn man Langstrecken fährt, dann wird es ein bisschen schwieriger, aber spannend, wie lange das läuft und notfalls könnte er ja auch einen Speicher bauen für die ganze Energie, die er sonst im Betrieb erzeugt. ⁓ ⁓ Der Anfang, weshalb ich dich angeschrieben habe, war die Umstellung deiner Lkw-Flotte auf E-Mobilität. Wie viele Lkw habt ihr so in eurem Betrieb?

Markus Mann: Also wir hatten 12 40 Tonnen und hatten uns noch einen Diesel zusätzlich als Reserve gelassen, wie wir eigentlich brauchten. Wir haben also heute 8 40 Tonnen LKWs, die rein batterieelektrisch fahren und jetzt nur noch drei Diesel, die aber noch zu neu sind, dass man sie abstößt. Und vor allem Dingen haben die immer bei uns einen Spezialaufbau, einen Siloaufbau. Das tut man nicht mal gerade so mit den Fingerschnippen wechseln. Also man verheiratet quasi diesen Aufbau des Silo mit Kompressoranlage. mit dem Chassis. Und deshalb denken wir da immer langfristig. Man muss ein Fahrzeug eigentlich zehn Jahre fahren. Ja, so haben wir jetzt acht von elf Fahrzeugen aktuell 40 Tonnen, laufen. Wir acht Elektrostapler in Betrieb, ein Elektro-Radlader. Was haben wir denn noch? Ja, dann 48 Firmen-Pkws, alle elektrisch bei 100 Mitarbeitern. Das war mal so ein kleines Incentive, wo wir gedacht haben, wenn ein Firmenwagen haben will, kriegt einen. Ich tue 200 Euro dabei. Den Rest müsste er als Bruttolohnverzicht bezahlen. heißt, diese Incentivee in der Form, wer also ein E-Smart ausgewählt hat, zur Arbeit und zurückzukommen, der hatte quasi von der Firma ein bezahltes Auto. Das waren ungefähr die 200 Euro Kosten. Und die meisten haben aber, sagen wir, vom E-Corsa über den ID.3, ID.4 dann diese Kias, die sind ganz beliebt, der E-Niro, genauso wie bis hin zum EV6. ⁓ Wir im Fuhrpark Hyundai, IONIQ 5 ist ein typisches Auto mit Anhängerlast 1,7 Tonnen. Wir haben also quer durch den Garten auch gesagt, ihr könnt es probieren. Ich bin jetzt nicht ganz so autoverrückt wie mein Prokurist, der wollte unbedingt einen BMW i4 haben. Ich fahre jetzt in eV6. Allrad hat genug Leistung. Wir sind quer durch Europa damit gefahren, um das zu testen. Also es funktioniert und... Komme ich gerade zurück noch die E-LKWs. Da gab es in Deutschland weniger als 500 Stück, wir den ersten kriegten. Das war im Sommer 2022. War quasi von der Manufaktur hergestellt, nämlich ein Volvo-Tochterunternehmen in der Schweiz. Designwerk, machten so kleine Müllwagen. Und die haben halt dann diese Chassis genommen, haben den Dieselmotor raus, Getriebe raus und haben was Eigenes rein, haben die Tanks.

Markus Mann: demontiert und Batterien nebendran. Und dieser von 22 2022, der läuft jetzt seit dem ersten Tag total zuverlässig. Wir haben typische Touren am Tag zwischen 200 und 300 Kilometer im Verteilerverkehr in der Region Westerwald, aber immerhin Mittelgebirge. Also die haben schon was zu schaffen hier.

Ulrich: Und was ja natürlich unternehmerisch immer als Sau durchs Dorf getrieben wird, ist die Kosten, Nutzen, Gewinnbetrachtung. Wie ist denn das betriebswirtschaftlich mit den LKWs im Vergleich zu den traditionellen? Ist das Enthusiasmus oder habt ihr auch einen wirtschaftlichen Vorteil davon?

Markus Mann: Also in der ersten Phase muss ich sagen, die ersten fünf haben wir mit Zuschuss gekriegt. Also wir kriegten 80 Prozent der Mehrkosten über so Förderprogramm des Bundes bezahlt. Die Mehrkosten gegenüber dem klassischen Diesel. Daher ist es rentabel. Wobei man auch sagen muss, rentabel die erste halbe Jahr, es ist nicht so alles ganz einfach gewesen. Also ich glaube, siebte oder achte Update irgendwann liefen sie dann. Und seitdem die das siebte oder achte Update draufgespielt ist, ⁓ funktioniert es auch wirklich gut. wir haben, glaube ich, ein Wartungsvertrag gemacht, sind viel zu teuer, weil ein Wartungsvertrag bei dem Fahrzeug von, das waren jetzt die Volvos, LKWs, von 800 Euro im Monat ist viel zu viel. Weil eigentlich kommt man mit 300, 400 Euro, kommen die gut klar. Auch die neuen Verträge, die man heute macht, ist ein Wartungsvertrag, 300, 400 Euro im Monat. Das ist absolut wirtschaftlich. Wenn man jetzt betrachtet und rechnet rückwärts als Kaufmann. Als es einen Zuschuss gab, kostete die Sattelzugmaschine 370.000 Euro. Als es den Zuschuss nicht mehr gab, wurde die auf einmal für 270.000 angeboten. meine wirtschaftliche Grenze, bevor der Dieselpreis jetzt hochging, war so, irgendwo hätte es kosten dürfen 220.000, 230.000, dann wäre es rentabel. Bei der aktuellen Diesel... Preissituation ist es viel früher rentabel. wir haben jetzt einen schönen wirtschaftlichen Vorteil von rund durch die Maut, die wegfällt und die Energiekosten einsparen von rund 100 Euro pro 100 Kilometer. Also man kann sagen, ich fahre ein Euro pro Kilometer billiger mit dem LKW.

Ulrich: Das ist natürlich in der aktuellen Zeit schon ein Kostenvorteil. Vor allem bist du ja nicht von den externen Marktpreisen abhängig, weil ihr produziert auch eine ganze Menge selber. Ihr habt die Windräder und Solaranlagen natürlich noch auf dem Dach.

Markus Mann: Was jeder machen kann, ist natürlich eine Solaranlage. Diese schöne Rahmenbedingungen, dass wir auf der Kuppe des Westerwaldes leben und auch noch Windräder auf oberhalb unseres Betriebsgeländes haben mit dem eigenen Stromkabel hier rein. Das gibt nicht viele Leute, die so ein Glück haben können. Also bei uns hat es halt geografisch auch gepasst. Und hinzu kommt unser Biomasse-Heizkraftwerk. Das heißt, wir sind heute mit unserem Betrieb bei dem knapp 10 Millionen Kilowattstunden Verbrauch immerhin 80 Prozent sogar physikalisch autark. und nur 20 Prozent der Erzeugung oder des Verbrauch schwappen mal hin und her über den Netzübergabepunkt. Um das noch zu optimieren, wir eine Großbatterie, das sind Second Life Batterien von Mercedes-Benz drin, installiert. Das ist ein 40-Fuß-Container mit 1400 Kilowattstunden. Wir haben eins gelernt in unserem Betrieb wie bei uns. Batterie ist immer leer oder immer voll, also ist zu klein. Wir müssen dringend, der Ersatzpaket kommen, was aber geordert ist. wird hoffentlich im Sommer durch endlich angeliefert werden. Wir sind schon zweimal da im Verzug, weil es da verschiedene Probleme gab. das Interessante ist, dass man nach fünf Jahren einen 5 MWh-Speicher in einen 20-Fuß-Container reinkriegt, wo damals im 40-Fuß-Container gerade mal 1400 Kilowattstunden Platz hatten. Also 1400 im 40-Fuß, 5000 Kilowattstunden im 20-Fuß-Container. Das ist eine tolle Entwicklung. Die Kosten sind auch die Investitionskosten in diese Batteriespeichertechnik sind also mindestens auf ein Viertel gesunken.

Ulrich: Ihr habt jetzt einen Container da stehen oder schon mehrere?

Markus Mann: Wir haben einen, Fundament für den zweiten ist bereit, aber manchmal ist es mit den Lieferanten in den heutigen Zeiten die Lieferfähigkeit nicht immer so gut. Also es sollte eigentlich nach Ostern geliefert werden, dann sollte es letzte Woche sein. Jetzt ⁓ wird es wohl im Juni dann werden. Irgendwann kriegen wir es.

Ulrich: Ja, bestimmt. das ist ja spannend. Und dann, wie lange reicht euch der Speicher? Wie viel Schwankung kriegt ihr damit weg?

Markus Mann: Wir haben gelernt mit diesen Speichern zum Industriebetrieb, so eine Jahreshöchstleistung von Potenzial von 2,2 bis 2,5 MB hat, haben wir heute die Jahreshöchstleistung auf 1400 kW runtergedrückt über Peak-Shaving. Wir machen Spitzenlastklettung mit der Batterie, wir schon haben. Wir haben auch gelernt, dass wir eigentlich nur 20 % der Batteriekapazität brauchen, dieses Kletten, also dieses Peak-Shaving. hinzukriegen. Den Rest der Batterie nutzen wir, um in einfach zur günstigen Tageszeit oder wenn wir Überschuss haben, bevor also eine Kilowattstunde den Hof voll lässt, machen wir die Batterie voll. Und bevor wir wieder aus dem Netz beziehen, machen wir sie halt wieder leer. Sorgen halt dafür, dass wir einen Mindestfüllstand haben. Das ist wichtig. Ja, das funktioniert. Dann haben wir halt optimiert auch das Laden, also der Ladepark, also alle Pkw, die bei uns im Betrieb stehen. Beispiel morgens um 6 kommen die Mitarbeiter auf die Arbeit, stecken 20 Autos ein. die mit einer leeren Batterie Die fängt meistens dann erst so nach neuneinhalb, zehn an, wenn der Strom billiger ist. Dann fangen erst die Autos an zu laden, aber das sind eigentlich alle mittags, wenn sie nach Hause wollen, geladen. Wir haben auch gelernt, diese großen Batterien braucht man eigentlich gar nicht so in den Autos, wenn die Leute einfach nur zur zur Arbeit pendeln und zurück. Die meisten Leute von uns stecken Montags ein und Freitags, fürs Wochenende, nochmal volltanken. Also das Dienstags, Mittwoch, Donnerstag ist die ist die Ladeinfrastruktur recht entlastet.

Ulrich: Ja, wenn man sich die durchschnittliche Fahrlänge eines Autos anguckt, ist das bei euch im Westerwald wahrscheinlich bisschen länger. In der Stadt liegt die irgendwo zwischen fünf und zehn Kilometern, das heißt am Tag sind es 20 bis 30. Da hat man keinen Reichweitenproblem.

Markus Mann: Ja, weil wir diesen Firmenvorpack haben mit den Mitarbeitern, haben wir auch gesagt, wir haben auch zwei Fahrzeuge mit einer größeren Reichweite, die so als Poolfahrzeuge sind. Wenn jetzt einer mal eine längere Reise vor hat oder in den Urlaub fährt und sagt, da komme ich mit meinem kleinen Corsa, aber nicht mit klar, ⁓ kann ich da vielleicht das Auto nehmen. Dann kann er sich da eintragen in diesem Mitarbeiterkalender und kann das Auto dann als Poolfahrzeug nutzen.

Ulrich: dann seid ihr ja auch ein richtig toller Arbeitgeber mit dem, ihr für die Mitarbeitenden bei euch tut. Wie viele seid ihr? 100 Menschen?

Markus Mann: 100 und davon sind 48 jetzt mit dem E-Auto unterwegs.

Ulrich: Ja, gute, gute Quote. Habt ihr Fachkräftemangel?

Markus Mann: Ja, ich glaube, das haben wir alle. Aber man kann eigentlich nicht sagen, Fachkräfte, es ist heute ein Kräftemangel. Auch der Staplerfahrer fehlt. ⁓ Und das ist ja auch eine Fachkraft. Jetzt möchte ich das nicht abwerten. es ist heutzutage insgesamt schwer. Natürlich ist das ein Bonus, den wir jetzt hier haben, dass die Mitarbeiter einen Firmenwagen kriegen, dass die andere Vorteile noch haben. wir haben schon einige Nebenleistungen. Das funktioniert ganz gut.

Ulrich: Ja.

Markus Mann: Aber trotzdem, wir suchen alle. Wir haben hier in Westerwald eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent. Also der Westerwaldkreis ist zwischen den beiden Ballungsräumen. Hier geht schon was ab.

Ulrich: Ja, da kann man nur empfehlen, zieht in den Westerwald. Da gibt es nicht nur Wind und Sonne, sondern auch Arbeitsplätze und eine schöne Gegend ist es ja auch noch.

Markus Mann: Ja und ein gutes Hachenburger Bier haben auch noch.

Ulrich: ⁓ Alles auch, was braucht man mehr. Nochmal zurück, also das mit der E-Flotte finde ich mutig und hast du ja erklärt, betriebswirtschaftlich hast du das auch erzählt, vor allem jetzt in der aktuellen Phase und es gibt ja ganz viel Verlässlichkeit. Was ist deine Einschätzung, warum sich in Deutschland so schwer tut mit diesem Thema Energiewende, Autarkie, woran liegt das?

Markus Mann: Ich nicht, ich gucke immer gerne auch im Ausland, wie geht es da. gerade klar, Norwegen hat einen ganz speziellen Weg eingeschlagen, aber auch selbst, wir waren mit unserem E-Auto im Baltikum unterwegs, meine Frau, wir haben uns Irland angeschaut, wir sind quer durch Frankreich gefahren und das einzige Mal, wo ich wirklich nochmal Schweiß auf der Stirn hatte, war südlich der Alpen, so Norditalien, ⁓ Sonne verwöhnt, aber keine Ladeinfrastruktur. Also nördlich der Alpen kam es und in den Alpen klappt alles gut. Ich weiß es nicht, woran es hängt. Ich glaube, hören, man muss einfach mal ausprobieren. Und oft ist ja auch der Einstieg, und da habe ich jetzt eigentlich Mut, dass es gut wird, wenn jemand seine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat und den Speicher im Keller, dann macht das schon viel mehr Gedanken, ach, den Strom, jetzt noch übrig ist, damit könnte ich auch Auto fahren. Also das glaube ich, das infiziert dann auch so ein bisschen. Und das ist dann so jetzt Gerade auch so schlimm dieser Krieg ist, als ist ein Beschleunigungs-Effekt, der ist gigantisch. Ich habe einen Geschäftspartner und Freunde in Indien. ⁓ Wir haben kürzlich eine Videokonferenz gehabt und dann hat er erzählt, was da jetzt los ist, einfach durch diese Energiekrise, was da jetzt im Mindset, was da jetzt gerade passiert mit dem Ausbau der Erneuerbaren, insbesondere durch Photovoltaik. ⁓ Ich schöpfe jetzt Mut, dass das hier die vierte energetische Revolution so richtig jetzt Fuß fasst.

Ulrich: Ja, ich bin auch gespannt. Ich habe seit einem halben Jahr Photovoltaik erst auf dem Dach, fahre seit zwei Jahren ein bisschen länger E-Auto. Speicher voll oder leer, kenne ich auch. Ich erweitere jetzt auch meinen Speicher, weil mich das leer und das das voll und das Einspeisen so nervt. Und ⁓ Ja, ich finde, wir können ruhig mutiger sein und ein bisschen mehr Veränderung uns trauen. Und ich freue mich, wenn ich auf Menschen treffe wie dich, die das schon ihr Leben lang machen, wo das Unternehmertum ja auch sozusagen in der Familie drin war, mit dem Windrad anfing und dann ja wahrscheinlich auch mit der Zusammenführung der unterschiedlichen Familienbetriebe, Sägewerk etc. Doch eine schöne Geschichte über nachhaltiges soziales Unternehmen.

Markus Mann: Also wer nicht losgeht, kommt nicht an. Und diese vielen Leute, dann im Herumzaudern und hadern und sagen, ich warte mal, bis der Wasserstoff soweit ist und dann fahre ich mit Wasserstoff. Also die Physik kann keiner bescheißen. ⁓ Und dann muss ich halt gucken, wie viel Input Energie brauche ich, ⁓ für wie viele Kilometer zu fahren. Und da gewinnt einfach eindeutig das Elektroauto, der Elektro-LKW. Ich finde auch diese Diskussion über Verbrennerverbot ist eigentlich abgedroschen, weil das brauche ich nicht zu verbieten, das löst sich von selbst ab. Die Dampflok ist auch nie verboten worden. Sie war nicht wirtschaftlich und nicht effizient genug.

Ulrich: Ja, ich sage immer, wir fahren auch keine Postkutschen mehr, aber da wollte ich gar nicht hin. Ich möchte abschließen mit dem. Ich bin dankbar für das Gespräch mit einem Unternehmer, Familienbetrieb energieintensiv so eine Geschichte zu erzählen hat und hofft, dass das anderen Mut macht. Und bedanke mich, dass du auf meine LinkedIn auf meine E-Mail, die einfach so aus dem Off kam, reagiert hast und wir jetzt dieses schöne Gespräch aufnehmen konnten. Vielen Dank, Markus.

Markus Mann: Ja, vielen Dank Uli. Alles Gute weiterhin.

Ulrich: Ja.

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