redenhilft #60: Häusliche Gewalt

Shownotes

Enttabuisierung des Themas häusliche Gewalt ist eines der Ziele, das Ann Rheinheimer zusammen mit Unternehmensgründerin Sogol verfolgt. Denn auch 2026 gibt es noch zu viele Hürden, häusliche Gewalt anzuzeigen und sich Beratung oder Unterstützung zu holen – darunter auch Kapazitätsengpässe. Das erklärt Ann im Gespräch mit Uli in dieser Episode, zu einem leider sehr wichtigen Thema unserer Zeit. Beide treiben ihr Anliegen und ihre myProtectify gUG konsequent voran. Einerseits will sie die genannten Kapazitätslücken schließen und Betroffenen gerade in frühen Zweifelsmomenten über eine browserbasierte Hilfe auf KI-Basis namens Maya niedrigschwellig, sicher, anonym und kostenlos helfen. Andererseits will sie sensibilisieren – dafür bietet sie Workshops auch für Unternehmen an, über die sie sich neben einem Crowdfunding finanziert. Darüber hinaus soll das Thema aus ihrer Sicht ohnehin stärker in der Gesellschaft ankommen – wozu auch diese Episode ihren Beitrag leisten möchte. Danke für dieses wachrüttelnde Gespräch. Alle Kontakte …

https://myprotectify.org/ – Hilfe-Chat Maya für Hilfe bei häuslicher Gewalt

myProtectify: Hilfe-Chat Maya sichern – Protect with us! | Love should always feel safe – Sichere mit uns den Hilfe-Chat Maya und zeig, dass du ein Safe Space für Betroffene von häuslicher Gewalt bist.

Gast Ann Reinheimer Website: myprotectify.org Crowdfunding: betterplace.org LinkedIn Ann: linkedin.com/in/ann-rheinheimer LinkedIn Sogol: https://www.linkedin.com/in/sogol-k-kordi/ LinkedIn myProtectify: linkedin.com/company/myprotectify

Host:

Ulrich Britting
LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/ulrichbritting

ba tax gmbh
LinkedIn: https://de.linkedin.com/company/bagroup5
Website: https://ba-tax.de/

Transkript anzeigen

00:00:02: Herzlich willkommen zur neuen Episode des ba taxter. Ich bin Ulrich Britting und wir widmen uns heute einem anderen Thema und ich freue mich daher an Rheinheimer hier zu begrüßen. Herzlich willkommen an.

00:00:15: Hi, schön dass bin.

00:00:18: Anne ist Gründerin und Geschäftsführerin von MyProtectify. Wer sie ist und was MyProtectify macht, du ja einmal zu Beginn direkt erzählen.

00:00:31: Klar, gern. Vielleicht da direkt, ich bin gar nicht die Gründerin. Ich bin aber gemeinsam mit der Gründerin Sogol in der Geschäftsführung drin und komme eigentlich aus dem Designbereich. Das heißt, ich die letzten Jahre digitale Produkte gebaut und bin so auch zu Markerprotectify gekommen, weil wir einen KI-Hilfechat für Betroffene von häuslicher Gewalt haben.

00:00:52: Häuslicher Gewalt oder überhaupt Gewalt vor allem gegen Frauen ist ja gerade ein großes Thema. Also nicht nur gerade, sondern schon lange, aber gerade auch mit entsprechender Öffentlichkeitswirksamkeit. Was macht denn MyProtectify?

00:01:10: Zum Glück bekommt das Thema langsam mehr Aufmerksamkeit. Ich würde sagen, wir haben noch einen langen Weg hin zur Enttabuisierung. Und das ist auch mit einer der großen, mit eines der großen Ziele von uns, von MyProtectify. Zum einen haben wir eben den KI-Hilfe-Chat Maya für Betroffene von häuslicher Gewalt. Das heißt, wir setzen da ganz früh an, wenn Betroffene so das erste ungute Gefühl haben in der Beziehung. Wenn das erste Mal dieser Zweifel aufkommt, ist das hier eigentlich gerade alles normal, gesund, ist das wirklich okay? Dann können Betroffene oder auch Menschen einfach zweifeln mit uns, mit Maya chatten und bekommen dort emotionale Unterstützung, bekommen aber auch Informationen über zum Beispiel verschiedene Gewaltformen. Und da können auch einfach, einfach nur erzählen, ohne dass es einen Trupp gibt, ohne dass es ein Schamgefühl gibt. Und das ist auch das Besondere bei uns. Das ist so das eine. Und auf der anderen Seite haben wir Workshops und auch den Hilfe-Chat Maya für Unternehmen gebrandet. Das heißt, Unternehmen können sich mit dem Thema häusliche Gewalt mit uns beschäftigen und können sich da aktiv positionieren, weil das Thema eben nicht einfach an der Bürotür endet und das kein privates Thema ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema, das eben auch Auswirkungen auf Unternehmen hat. Zum Beispiel in dem betroffene Personen Konzentrationsschwäche haben, die die Arbeitsleistung einfach nicht mehr so stimmt oder auch das Krankentagebuch gehen. Das heißt, das ist eben auch ein wirtschaftlicher Faktor für Unternehmen, warum man sich damit beschäftigen sollte und natürlich auch, weil das Teamdynamiken verändert und im schlimmsten Fall die Kündigung führt und Faktation natürlich immer ein Kostenfaktor ist. Das sind unsere beiden Säulen, mit denen wir unterwegs sind.

00:03:09: Wir haben ja deine Gründerin und Mitgeschäftsführerin kennengelernt beim Starterinnenwettbewerb der Stadt Hamburg, dass wir als Partner begleiten durften. Mich hat die Geschichte sehr beeindruckt, dass sie meinte, die Arbeit war der Safe Space und sie ist immer gerne lange geblieben, weil ihr da nichts passiert ist. Und alle haben sich gewundert, warum sie so viel arbeitet. Hat ja aber eine Weile gedauert, bis sie sich daraus befreien konnte. Das war ein wirklich sehr beeindruckender Pitch. nur deswegen, sondern auch wegen der Relevanz des Produktes habt ihr den Preis ja dann auch gewonnen.

00:03:49: Ja voll, das war richtig cool letztes Jahr Starterin zu gewinnen und der Preis war ja 20.000 Euro Media Budget, was wir auch direkt genutzt haben, unser aktuell laufendes Crowdfunding zu bewerben. Das heißt, Anfang des Monats waren wir von Mark Projectify auf großen Citylights und in der Bahn in Hamburg zu sehen mit unserem Crowdfunding, mit dem Appell. uns zu unterstützen ganz groß in dem Slogan Love Should Always Be Safe und zwar, wie wir sagen, in ziemlich besonderen Moment vor so einem riesen Citylight zu stehen und sich selbst zu sehen mit so Schild, mit so einem Pappschild in der Hand. Es war auf jeden Fall sehr lustig.

00:04:34: Ja, das glaube ich über das Crowdfunding sprechen wir ja nachher auch nochmal ein bisschen, zu gucken, ob der eine oder andere unserer Zuhörenden auch nochmal mitmachen kann oder will. Aber wie groß ist denn das Thema häusliche Gewalt in Deutschland?

00:04:51: Ja, auf jeden Fall riesig. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann wissen wir, dass jede vierte Frau in Deutschland Gewalt in ihrer Beziehung erlebt. jede vierte Frau, genau, nur Gewalt in ihrer Beziehung. Wenn man sich die Zahlen von der anderen Seite betrachtet und auch Männer inkludiert und das einfach an einen anderen Winkel betrachtet, dann wären es zum Beispiel alle zwei Minuten erlebt eine Person in Deutschland häusliche Gewalt.

00:05:02: Jede vierte Frau.

00:05:21: Das sind halt schon heftige Zahlen. Das heißt, wir können uns ausrechnen, wie viele Menschen Gewalt erlebt haben, weil wir am Ende des Podcasts sind.

00:05:31: Das sind je nachdem, wie wir ins Reden kommen, so ungefähr zehn. Aber das ist eine sehr bedrückende Information, dass das in der Intensität und Frequenz passiert. Und auch wenn du sagst, vierte Frau, und man sich in seinem Freundeskreis umguckt, wo man das ja gar nicht erwartet, ist das Statistische auch da, wenn man mit zehn... 15, 20 Menschen unterwegs ist schon ein relevantes Thema anscheinend.

00:06:03: Ja, absolut. Und da ist auch ganz wichtig immer zu sagen, dass häusliche Gewalt durch alle Schichten hinweg geht. Es ist unabhängig vom Alter, der Herkunft oder vom sozialen Status. Es geht durch alle Schichten hinweg und ist eben ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es betrifft Männer und auch Frauen. Und in der Überhand sind Frauen betroffen. Wenn wir jetzt zum Beispiel nur uns die Zahlen angucken würden von Partnerschaftsgewalt. Das sind 30 Prozent der betroffenen Personen sind eben Frauen und 20 Prozent sind Männer. Und auch die Schwere der erlebten Gewalt ist bei betroffenen Frauen deutlich höher als bei betroffenen Männern.

00:06:47: Das überrascht von der Statistik her nicht. Wie sieht denn das Hilfssystem aus in Deutschland? Was gibt es denn für Möglichkeiten von Opfern, sich zu melden, Hilfe zu holen? Und zweite Frage dann im Anschluss, was können wir und unsere Zuhörenden hier tun?

00:07:07: Ja, es gibt ein Hilfesystem in Deutschland, das weist allerdings schon gewisse Lücken auf und da sehe ich einen ganz klaren Appell auch an die Politik, dass die Finanzierung einfach aufgestockt werden muss, damit diese Lücken geschlossen werden können. Das ist auch ein ganz großes Problem, weshalb sowohl auch MarkboTactify gegründet hat und warum es uns als Team gibt. Es gibt Frauenhäuser, gibt zum Beispiel das Hilfetelefon. Es gibt natürlich auch viele Beratungsstellen in Deutschland. Das Ding ist allerdings, dass viele davon überlastet sind. Wenn wir Beratungsstellen sprechen, dann höre ich eigentlich nur Überlastung bei denen raus. Die sagen so, wir haben gar keine Zeit für gar nichts, wir kommen nicht hinterher. Wir haben viel zu viele betroffene Frauen, die mit uns sprechen wollen. Und wir haben keine Zeit, zum Beispiel weiterzubilden. Digitale Gewalt zum Beispiel ist gerade ein Riesenthema, das in letzten fünf Jahren so krass zugenommen hat. natürlich ist natürlich auch Weiterbildung nötig, wofür gar keine Zeit ist. Und in Sokolzfall zum Beispiel war es so, dass sie beim Hilfetelefon angerufen hat und ziemlich lange in der Warteschleife hängen, dann auch öfter aufgelegt hat, weil natürlich dann der Mut einen auch verlässt, wenn man so 20 Minuten in der Warteschleife hängt. und zum allerersten Mal über die eigenen Gewalterfahrungen zu sprechen, dann ist das schon heftig, wie man da 20 Minuten warten muss. Und auch bei Frauenhäusern ist es oft so, dass die Plätze einfach nicht frei sind. Das heißt, man wird abgewiesen, obwohl man in supergroßer Not ist, dass man genau in dem Moment sich aus dieser Gewalt rausbefreien möchte. Und das ist natürlich schwierig. Und genau aus dem Grund ... gibt es deshalb dann auch solche niedrigschwelligen Lösungen wie eben Maya, unser Hilfe-Chat, weil Maya eben rund die Uhr verfügbar ist, skalierbar, unendlich viele Menschen können gleichzeitig mit Maya chatten und es ist kein Problem. Und diese Vorteile bietet eben KI in dem Fall. Und wenn KI dann auch noch bedacht einsetzt, dann funktioniert das.

00:09:20: Ja, kannst du noch mal bisschen erklären, wie das mit dem KI-Chat von Maya genau funktioniert? Auf der Webseite habe ich gesehen, er hinterlässt keine Spuren. Das heißt auch, der Gewalttäter kann bei Kontrolle von Endgeräten nicht herausfinden, dass die Hilfe in Anspruch genommen wird.

00:09:38: Genau, das war uns zum Beispiel super wichtig, dass es sicher ist. Vielleicht mache ich noch mal einen Schritt zurück an. Also dadurch, dass Maya eine KI ist, sämtliche betroffene Menschen mit Maya chatten rund die Uhr, kostenlos und eben anonym, weil das Ganze ohne Anmeldung ist. Das heißt, man geht einfach auf unsere Seite, myprotectify.org und kann den Chat öffnen und anfangen, mit Maya zu tippen. Und kann dann eben... Wir haben verschiedene Bereiche wählen. Also möchte ich wie gesagt einfach erzählen, möchte ich Informationen haben über Gewalt oder bin ich vielleicht schon an dem Schritt, dass ich mit einer Beratungsstelle als mit einer echten Person sprechen möchte und dann suchen wir auch super gerne die passende Beratungsstelle in der Nähe raus, weil wir eine eigene Beratungsstellen-Datenbank haben. Und daneben haben wir noch eine eigene Wissensdatenbank, die mit unserer Psychologin zusammen aufgebaut wurde. und mit externen ExpertInnen und natürlich auch mit ehemals Betroffenen, mit denen wir ganz viel gesprochen haben. Das heißt, wir wissen genau, was Maya vermittelt und machen das Ganze auf eine sehr empathische, verständnisvolle Art und Weise, weil wir so eine Art Personality-Layer dazwischen haben. Das heißt, Maya ist zum Beispiel angewiesen, immer auf der Seite von Betroffenen zu sein, zu wissen, dass Betroffene niemals schuld sind an der Gewalt, die sie erleben. Das heißt, da zum Beispiel ist es ein Riesenunterschied zu ChatGVT oder anderen gängigen LMMs, die man so kennt, dass wir da eben sehr speziell drauf trainiert haben. genau, jemals betroffene, zurückbetroffene können dann einfach mit uns chatten. Das Ganze ist kostenlos und sicher. Und bei der Sicherheit ist eben auch noch das Ding, dass wir zum Beispiel einen sicher verlassenen Button integriert haben auf unserer Webseite. Am Anfang sind nicht betroffene Menschen, die unsere Webseite ausprobieren und besuchen, bisschen verwirrt zu was da passiert. Ist aber einfach ein Sicherheitsmechanismus, dass wenn man da draufklickt, landet man auf einer Wetterseite und kommt zum Beispiel auch nicht mehr zurück. Das heißt der Zurückbutton im Browser oben links ist dann deaktiviert, damit es einfach in einer Gefahrensituation, wo eine betroffene Person mit uns chattet und dann kommt der Täter oder die Täterin rein, man ganz schnell eben aus diesem Chat rauskommt.

00:12:01: ohne Spuren zu hinterlassen, weil wir eben wissen, dass TäterInnen Handys kontrollieren, dass die Chats durchlesen, dass die E-Mails durchlesen, dass die Browser-Verläufe durchschauen oder im schlimmsten Fall eben auch Spyware installieren.

00:12:19: Und wie verhindert ihr das Auffinden in den Browser-Verläufen?

00:12:27: Da ist es so, wenn man eben diesen Sicherverlassenen-Button anklickt, dann wird der Browser-Verlauf von uns überschrieben. Das haben wir zusätzlich implementiert.

00:12:39: Also eine technische Lösung. Sorry, es eine technische Lösung.

00:12:39: Ja, gute Lösung.

00:12:44: Hätte ich auch gerne, dass alle anderen Seiten das auch hätten. Viele von den Beratungsstellenseiten haben das leider noch nicht. Ich verstehe es auch, dass das eine zusätzliche Arbeit die man machen muss. Die Zeiten ändern sich. Aber auch die, mein klarer Appell, implementiert auch so etwas und schützt damit Betroffene.

00:13:08: Vielleicht könnt ihr ja euren Code zur Verfügung stellen, damit die anderen was davon haben und das niedrigschwellig umgesetzt werden kann. Wie bist du denn zu My Protect Defy gekommen? Du hast vorhin erzählt, du kommst aus dem Design. Das ist ja jetzt erstmal kein natürlicher Würde ich denken.

00:13:31: Ja, Ich habe als UX-Designerin und als UX-Consultant die letzten sechs, sieben Jahre gearbeitet und habe da verschiedene Stationen durchlaufen. Ich war im Großkonzern, ich war in der Inhouse-Design-Agentur, ich externen Design-Beratung und habe eigentlich immer gesucht nach ... nach dem meiner Arbeit, nach dem Purpose. Vielleicht ist das richtig typisch für eine Millennial, kann sein. Aber ich habe ja einfach gesucht, was, warum ich mindestens acht Stunden am Tag arbeite. Und habe leider nicht den Sinn darin gesehen, das nächste Warehouse-Management zu bauen oder eine Banking-App noch besser zu machen. Ich habe da viel gelernt und habe nicht so den Sinn darin gesehen. Und habe dann wirklich ... aktiv nach einem feministischen Projekt gesucht, so im Femtech-Bereich. Hat tatsächlich auch eine Zeit lang gedauert, bis ich mich getraut habe, diesen Wunsch zu äußern. Das ist nicht so das klassische Ding, dass man einfach sagt, ja, ich will jetzt eine feministische Arbeit haben. Das hat schon eine Zeit lang gedauert bei mir. Und dann hat eine Freundin für mir mir einen Art Projective-Eil rübergeschickt und war so, hey, an, wäre das nicht was für dich. Und sehr, sehr klassisch saß ich in der Berliner U-Bahn in der U8. und habe über das Kontaktformular Sogol geschrieben und war so, hey, euer Projekt ist mega nice. Ich glaube, ihr braucht eine Designerin, kann das sein? Das war nämlich, bevor der Chat schon live war. Also, da war nur so ein Banner auf der Website, hey, der Chat kommt bald. Genau, dann habe ich Sogol geschrieben und dann haben wir gequatscht und es hat direkt geklappt. Und seitdem arbeite ich bei MyProtectify und bin sehr happy. Wir haben ein ganz, ganz tolles Team. sind ein Kernteam, vier Leute. Und es macht unglaublich viel Spaß und ich weiß jeden Tag, ich arbeite, warum ich so viel arbeite.

00:15:26: Ja, das mit dem tollen Team merkt man, das hat man auch beim Pitch gemerkt. Also wirklich beeindruckend, die Stimmung da zu sein scheint und auch die Stärke, mit der ihr dieses Thema voranbringt. Jetzt habt ihr gelauncht und was war denn dein bewegendster Moment, seit ihr live gegangen seid und es auf der Webseite erreichbar ist?

00:15:53: Ich glaube, der bewegendste Moment war tatsächlich, Anfang des Jahres die ersten Feedbacks kamen von Betroffenen, oder dann vielleicht schon ehemals Betroffenen, also von betroffenen Frauen, die es aus der Gewalt geschafft haben aufgrund von unserer Arbeit. Das kam zum einen Feedback zum Chat. Da haben Frauen geschrieben und haben gesagt, sie haben mit Maya gechattet und dadurch festgestellt, dass sie von Gewalt überhaupt betroffen sind. Weil das ist dieser ganz schwierige Schritt, dieses Ding von... Dass Betroffene es schwierig haben zu realisieren, dass sie diese Gewalt erleben. Und das ist so super, dass wir da frühzeitig rein können, Betroffene das schneller realisieren und sich dann trauen, aus der Gewalt zu befreien. Und... Das war natürlich super bewegend. Also wenn so ein erstes Feedback kommt und man einfach weiß, dass man... Ja, Person aus einer ganz schlimmen Situation rausgeholfen hat. Das ist natürlich krass. Und dann kam auch das andere Feedback von einem Workshop, den wir gehalten haben. Und da hat auch eine Person gesagt, durch unseren Workshop hat sie auch erkannt, dass sie Gewalt erlebt. Und hat sich jetzt mit ihren drei Kindern von ihrem Ehemann getrennt. Und das ist halt schon heftig.

00:17:14: Ja, da merkt man... Mir fehlen gerade so ein bisschen die Worte. Also heftig beschreibt es ganz gut. Befriedigend ist das, was man macht und wofür man brennt und sich einsetzt, dann auch wirklich hilft und funktioniert. Und dass ihr auf dem richtigen Weg seid. Nun habt ihr eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

00:17:35: Ja.

00:17:44: für die Finanzierung und den Ausbau eurer Seite oder wofür sammelt ihr das Geld?

00:17:51: Ja, das war's.

00:17:52: Und wie kann man euch helfen, dieses Produkt zu verbreiten und bekannter zu machen? Weil wenn jede vierte Frau davon betroffen ist, hören das Betroffene, das hören nicht Betroffene, die anfangen zu wundern, was sie machen können. Also die Frage ist, wie können wir helfen?

00:17:56: Ja super.

00:18:16: indem wir darüber sprechen, indem wir tatsächlich einfach über häusliche Gewalt mehr sprechen und aufmerksam sind gegenüber unseren Mitmenschen. Und wenn wir was beobachten, was uns suspekt erscheint, wo wir denken, ich weiß ja nicht, ob das hier gerade alles so okay ist, dass man einfach Hilfe anbietet. Hierbei ist natürlich immer wichtig, Betroffene und die Entscheidung von ihnen zu respektieren. Man als Außenstehende kann nie entscheiden für die betroffene Person. Aber dass man da ist und Hilfe anbietet und dass wir gemeinsam hinschauen, das ist super wichtig. Und das ist auch das Thema, das wir eigentlich in unserem Crowdfunding vermitteln wollen. Lasst doch gemeinsam hinschauen und lasst doch gemeinsam schauen, dass es jeder Person gut geht. Weil ich bin der festen Überzeugung, in der Grundannahme sind wir eigentlich alle, oder nicht alle, aber sehr, sehr viele Menschen auf der gleichen Seite. Deswegen ist auch unser Leitmotiv, Love should always be safe. Liebe sollte sich einfach immer sicher anfühlen. Und so soll es auch bei häuslicher Gewalt sein oder bei Partnerschaftsgewalt, dass es eben nicht der Fall ist, sondern dass wir uns alle in unseren Beziehungen, in unseren Paarbeziehungen sicher fühlen und geliebt fühlen. Und dazu gehört Gewalt definitiv nicht. Und wie man uns unterstützen kann, ist auf unserer Crowdfunding-Page ProtectWirwars.de. kann man sich entweder ganz tollen Merch von uns kaufen, also wir haben mit einer ganz tollen feministischen Illustratoren zusammen Motive entwickelt, man kann sich ein T-Shirt kaufen, ein Pulli oder auch ein Poster oder man kann spenden, das ist natürlich für uns das Allereinfachste, weil wir gemeinnützig sind und als Unternehmen gibt es natürlich auch die Möglichkeit Workshops zu kaufen. oder ein Event von uns in der Internationalen Woche gegen häusliche Gewalt zu sponsern. Das sind Möglichkeiten, auch in einem Unternehmen, ich sag mal, mehr machen kann als nur eine Spende, sondern eben auch gemeinsam mit uns Haltung zeigen kann.

00:20:26: Ja, also dazu möchte ich hier an dieser Stelle alle ermutigen. Seht euch die Seite an, guckt euch an, ob der Merch euch gefällt. Beteiligt euch an der Crowdfunding Kampagne oder je nachdem, wie viele Menschen bei euch arbeiten. Denkt ein bisschen über die Statistik nach und vielleicht eine Schulung, ein Lunch and Learn oder ein Workshop zu dem Thema. euch und eurem Team zu helfen, falls jemand.

00:20:59: Ja, das wäre super. meine, zu euch kommen wir ja bald, in ein Wochen. Freut uns. Und dann werden wir darüber sprechen, was für Wahnsignale es gibt, wie man häusliche Gewalt am Arbeitsplatz erkennen kann und wie man als Führungsperson, als HR-Person oder als Vertrauensperson richtig reagiert und wie man da wirklich unterstützen kann, ohne die eigenen Grenzen auch zu missachten.

00:21:04: Genau.

00:21:26: Genau, das wollte ich sagen. haben auch schon einen Workshop, ein Lunch and Learn, glaube ich, es, einen Workshop gebucht, wo wir das hier intern bei uns verbreiten. Und wir werden uns auch ein bisschen an der Crowdfunding-Kampagne beteiligen, das zu unterstützen. Und wie gesagt, den Merch habe ich angesehen. Das hier ist ein Podcast ohne Bild. ich kann aber nur sagen, guckt euch das an und So viele Spendenaufrufe haben wir in diesem Podcast noch nicht gemacht. das ist wirklich einer, wo es wert ist. Gerade wo das Thema Gewalt gegen Frauen so an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist hier eine Möglichkeit, wo jeder von uns was tun kann. Vielen Dank für deine Zeit und dass du hier mitgemacht hast bei diesem Podcast. Ich wünsche euch viel Erfolg und freue mich auf den Workshop in nahe Zukunft.

00:22:25: Vielen Dank dir.

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