redenhilft #59: Könnte Solidarität sein

Shownotes

In einer zweiten Runde zwischen Gastgeber Ulrich Britting und CEO Martin Hoffmann, geht es erneut um Familienangelegenheiten bzw. ihre Erbfolgen. Aus Martin´s Sicht wird zu wenig und zu wenig öffentlich über Erbschaftssteuer gesprochen, geschweige denn diskutiert. Er stösst das dann jetzt mal an, weil er 26 Millionen Euro geerbt hat, keine Steuern dafür zahlt und sich das für ihn offensichtlich nicht richtig anfühlt. Warum gibt es gerade für die großen Vermögen eine steuerliche Verschonung? Ziemlich unbequem das Ganze, geht es doch um Steuergerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seid gespannt.

Gast

Martin Hoffmann: https://www.linkedin.com/in/marthoff/ https://www.iseki.de/

Host:

Ulrich Britting
LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/ulrichbritting

ba tax gmbh
LinkedIn: https://de.linkedin.com/company/bagroup5
Website: https://ba-tax.de/

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Ulrich: Herzlich willkommen zur neuen Episode von B.A. Texte. Ich bin Ulrich Britting und ich habe heute zum zweiten Mal Martin Hoffmann von Isekia hier. Herzlich willkommen Martin.

Martin: Hallo und willkommen, dass ich noch mal da sein darf.

Ulrich: Wir haben ja beim letzten Mal über dich und deine Unternehmen gesprochen und was ihr in dem Bereich erneuerbare Energien, E-Antriebe macht und wie du Unternehmen denkst. Wir wollen diesmal über das Thema Erbschaftssteuer sprechen. Da bist du Betroffener als Erbe und hast in der letzten Zeit nicht nur auf LinkedIn, sondern auch im Fernsehen ein paar Statements dazu abgegeben.

Martin: Ja, ich denke einfach, es vielleicht auch immer selbst erlebt, finde ich, ist immer ein wichtiges Thema. Für mich das, macht das wesentlich besser nachvollziehbar dadurch, dass ich halt selbst geerbt habe und dafür auch keine Steuern gezahlt habe und dass ich halt auf der anderen Seite sehe, halt es fehlt so viel Geld im Staatshaushalt und es gäbe Wege dahin zu kommen. Aber es gibt sehr viel, was davon verschont wird und das vor allen Dingen von sehr vermögenden Personen. Wo ich vielleicht nur mal am unteren Rande, auch wenn er nur dazu zählen würde überhaupt.

Ulrich: Ja, aber bei dem, du auf LinkedIn berichtest und den Beitrag habe ich unten in den Footnotes auch einmal verlinkt, sodass alle die Neugierigen sich den auch einmal angucken können, ist es ja trotzdem ein 0,001 Prozent der Bevölkerung, was überhaupt sich in diesen Bereichen bewegt.

Martin: Ja, also, bitte eine kleine Szene.

Ulrich: Ja. Was hast du in dem Link in Beitrag geschrieben?

Martin: Ich habe darüber geschrieben, dass ich halt Unternehmensanteile gehabt habe und vielleicht noch mal ganz kurz zu uns. Wir machen ja Kommunaltechnik und Traktoren und Elektrotransporter und solche Dinge. Mittelständiges Unternehmen in Deutschland kaufen überall auf der Welt Dinge ein, bauen die verkaufen die so ganz ganz grob und dann noch mal so, wie komme ich dazu jetzt über Erbschaftszoll zu sprechen? ist ja wahrscheinlich kein vertriebsförderndes Thema eigentlich an Stelle. Aber wir haben als Unternehmen oder ich bringe in das Unternehmen halt auch meine Vision ein, dass ich denke, ich will, dass es ein besseres Unternehmen ist, besser zum Arbeiten für die Leute. das muss natürlich eigentlich auch irgendwie in eine bessere, funktionierende Gesellschaft eingearbeitet werden. Und deswegen macht es für mich total Sinn, auch mich das Thema zu kümmern. Es gibt auch politische Stimmen, die gehört werden müssen. Ich würde mich da mal selbst so vielleicht auf die vernünftige Seite sozusagen stellen. Ich denke, wir müssen halt alle was beitragen und auch die Leute, wie ich, als Unternehmer, die sonst eigentlich eher ruhig sind, wo man sagt, man redet jetzt nicht so viel öffentlich über Politik, müssen was dazu sagen, denn sonst haben wir ganz viele Stimmen von der anderen Seite, nur die sagen, es muss alles weiter eingespart werden, es ist alles schlecht, es muss immer weiter rückwärts gehen und das will ich nicht. will das vorwärts gehen, ich will, es gut wird für möglichst viele Menschen und deswegen rede ich über Erbschaftssteuer und deswegen habe ich auch darüber berichtet. wie ich geerbt habe, ganz grob. Das ist die, ich sage mal, die vielleicht eine ganz normale Form in Deutschland ist. Es gibt ja verschiedene Verschonungsregeln, die zum Teil auch für keine Reaktive für mich durchaus Sinn machen. Das muss ich auch dazu sagen. Aber es wird wahrscheinlich irgendwo eine Größenordnung geben, wo man nicht mehr bei Null bleiben sollte. Das könnte ich auch bei mir sagen. Ich habe auch aus meinem Unternehmen ganz gutes Einkommen, ganz gute Gewinne in den letzten über zehn Jahren. Also ich arbeite mittlerweile 18 Jahre bei dem Unternehmen. 17,5 ungefähr. Und ich hätte durchaus ein paar Steuern abgeben können, das kann ich auch ganz klar sagen. Ja und wenn ich dann noch mal meine alten Steuerunterlagen aufblättert, dann sehe ich, dass ich 26 Millionen Euro Unternehmensanteile geerbt habe. Das ist vielleicht für alle, das nicht so direkt erleben, ja nicht alle. Das passiert recht formlos. Die durchkopische Steuererklärung sind zehn Seiten dazu. Die Antwort darauf sind drei Seiten vom Finanzamt. Dann ist die Sache

Martin: erledigt, wenn man danach sieben Jahre durchsteht und die richtige Lohnsumme gezahlt hat, muss auch noch mal belegt werden. Das ist jetzt also kein Riesenmeisterwerk, wo man irgendwie 300 Tricks machen muss, sondern es ist der ganz formale, normale Weg. Und dann hat man halt am Ende keine Steuern geerbt. Man hat auch jetzt, natürlich wenn man das erbt, ich kein Bargeld bekommen, also mein Kontostand hat sich auch um Null verändert zu dem Moment. Aber man hat Unternehmensanteile und die sind ja auch viel wert. Das konnte man sich ja fast so vorstellen, als ob man Aktienpaket geschenkt bekommt und das ist wahrscheinlich so am vergleichbarsten, wenn man jetzt sagt, ich habe ETFs bekommen in einer gewissen Form. Vielleicht kann ich die nicht sofort verkaufen, weil da viel anderes dran hängt, aber es ist zumindest nicht kein Wert, das würde ich mal sagen.

Ulrich: Vielleicht müssen wir das Ganze noch einmal einordnen. Warum zahlen wir überhaupt Steuern insgesamt in einem Land, in dem wir leben, damit unsere Infrastruktur, die staatliche Infrastruktur bezahlt werden kann. Also grundsätzlich Schule, Bildung, Verkehr, die Grundbedürfnisse der Menschen und das Zusammenleben geregelt wird auch mit Aufsicht, Feuerwehr, Polizei. und ähnlichen. Und dann kommt noch eine ganze Menge Aufgaben dazu. Lenkungswirkung, Verteidigung und es muss irgendwie finanziert werden. Dafür gibt es Steuern, damit es nicht in der Hand einzelner Menschen liegt oder zufällig ist, sondern dass der Staat die Gemeinschaft von der Region, in der gelebt wird, diese Aufgaben übernehmen kann. Ich habe lange über den eigentlichen Purpose der Steuerberatung nachgedacht. Aus meiner Sicht ist der Purpose der Steuerberatung, dass wir sicherstellen, dass jeder seinen fairen Anteil an Steuern zahlt, der Finanzierung dieses Systems. Dann kann man sich streiten, was ist fair. Und da wird die Situation wirklich schwierig. Ich würde jetzt aufs Gesetz referenzieren. Und damit macht man natürlich einen Fass auf, weil man schon an vielen Stellen fragen kann, auch in der Erbschaftssteuer sind die gesetzlichen Regelungen fair. Ist es fair, dass Martin eine Verschonungsregel in Anspruch nehmen kann, was davon ist sinnvoll und was davon ist nicht sinnvoll? Offensichtlich ist es so, dass insbesondere größere Vermögen es durch relativ einfache Gestaltung, die manchmal ein bisschen Zeit brauchen, in der Lage sind, ihre Steuerlast nahe Null zu drücken, Vermögen der Top 10%, die ein bisschen übers Einfamilienhaus hinausgehen, schon einer signifikanten Besteuerung unterliegen. Zwischen der Grundlast, wo auch immer die liegt, bis zu den Verschonungsregelungen, da wird ordentlich Steuer gezahlt.

Ulrich: Und darüber hinaus haltet nicht. Und das ist das, was Martin kritisiert.

Martin: Genau, ist bin so 100 Prozent, das ist der Punkt und ich denke einfach, wenn man sich das in Prozent ausschüttet, dann es irgendwie klar, es irgendwie eine Steuer gibt und alle müssen irgendeinen beliebigen Wert, 20 Prozent, 30 Prozent, sonst was zahlen und man würde es so klar sich vor Augen führen, dass man sieht, die oberen, die am meisten haben, zahlen Null und Nix und das ist auch rechtens so laut Gesetz, zumindest rechtens, muss nicht fair sein und die darunter zahlen ziemlich viel und Das verrückte ist, dass die unteren sagen, wir leben im Hochsteuerland, es dürfte nicht noch mehr Steuern geben und helfen damit, den Reichen oben weiterhin dabei zu bleiben, bei 0 Prozent zu bleiben. hat dieses typische Steuern sind schlecht und keiner ab und zu. Das Narrativ ist so etabliert, dass die Mehrheit kämpft für die wenigen Reichen. Vielen Dank.

Ulrich: Ja, das fand ich auch. habe mir ja auch, also wir folgen uns ja auf LinkedIn, deswegen habe ich den Beitrag auch gesehen. Ich habe mich jetzt bisschen intensiver mit den Kommentaren beschäftigt und wie gesagt, die Anzahl der Menschen, die Wert von 26 Millionen erben kann, egal ob in Cash oder in Unternehmensanteil, ist ja ein Bruchteil eines Prozents. Und die Menschen, am lautesten verteidigen, sind wahrscheinlich wirklich sehr, weit davon entfernt. Was mich beeindruckt hat, ist diese Emotionalität und Unsachlichkeit, mit der da argumentiert wird. Weil das klassischste Beispiel ist ja, ich erbe zwei Wohnungen, die zwei, drei Millionen wert sind und muss dafür Vollsteuern zahlen. Habe ich aber 300 Wohnungen, 301 Wohnungen.

Martin: Ja.

Ulrich: Dann nicht. die 1, 2, 3 Wohnungen können sich wahrscheinlich viele Leute noch vorstellen, dahin zu kommen. Die eigene Wohnung, das eigene Haus hat jeder. Und zweitens, wenn man irgendwie selber geerbt hat oder Ähnliches auch noch. Und wenn man denn nur ein Kind hat, dann zahlt das Kind darauf relativ wahrscheinlich eine Erbschaftssteuer. Wenn ich schaffe 300 Wohnungen zu... erarbeiten hier oder die selber geerbt habe, dann kann ich die einfach so weitergeben und da kommen ja Einkommen raus, ohne dass ich dafür eine Steuer zahle. Wollen wir uns mal mit den Argumenten beschäftigen,

Martin: Ja, sehr gerne. würde nur einmal ganz kurz vorwärts sagen, es gab ja auch super viele nette, unterstützende Kommentare. Über die habe ich mich auch sehr gefreut. Aber das ist natürlich nicht so besprechenswert. das vielleicht noch mal so der Vollständigkeit halber. Von daher, lass uns mal über die diskussionswürdigen Kommentare sprechen. Gerne.

Ulrich: Ja, die netten Kommentare habe ich auch gesehen. ist ja gerade auch ein wirklich heiß umstrittenes Thema. Das erste Argument ist, Unternehmensvermögen ist kein Bargeld.

Martin: Ja, und ist ja auch in dem Sinne richtig. glaube, hier hier oft, und da musst du mich vielleicht korrigieren, du bist nämlich der Experte in den Steuerfragen, viel mehr als ich. Aber es wird ja nicht Betriebsvermögen versteuert, sondern wird ja das Privatvermögen des Erben besteuert sozusagen. Und er erbt halt Unternehmensanteile. Und die Logik ist ja dann irgendwie, dass man sagt, der muss ja das Geld irgendwoher kriegen, da muss er es halt aus dem Unternehmen ziehen an der Stelle, das machen zu, die Steuer zahlen zu können. Was hier im Kern auch geht, erst mal per se wird ja aus dem Unternehmen nichts rausgenommen. Das heißt, wenn ich als Erbe jetzt sagen muss, ich muss eine Steuer zahlen, ich habe ja immer die Möglichkeit, sagen, ich kann das Unternehmen verkaufen. Also die Möglichkeit hätte ich auch gehabt, muss man auch ganz klar sagen. Ich habe auch Teil Unternehmensanteile in Covid verkaufen müssen, weil es uns dann nicht so gut ging, brauchte bisschen Kapital oder musste bisschen verwässern lassen im Unternehmen, damit wir mehr Geld reinbekommen. Also die Möglichkeit besteht und das ist ja dann nicht mal schlecht fürs Unternehmen. Man redet dann oft über die Arbeitsplätze, nach dem Motto, musst das Unternehmen raus. Wenn ich meine Anteile verkaufe, beim Unternehmen dieser Größenordnung, das sind wir so Handwerksbetriebe aus dem Vorwurf, der der Chef vielleicht auch echt viel selbst noch reißen muss und selbst machen muss, aber bei der Größenordnung von uns, es wäre vielleicht eins zu eins, vielleicht besser, vielleicht schlechter, man weiß es nicht, weitergegangen mit einem anderen Investor, der das auch gemacht hätte. Und dann hätte ich meine Steuer bezahlt und es wäre weitergegangen. Natürlich ist das aus einer romantischen Vorstellung von die Familie herrscht über das Unternehmen bis ans Ende aller Tage irgendwie doof. Aber es ist eigentlich nur doof für die Familie und die Vorstellung davon. Und man könnte sich ja auch darauf vorbereiten. Das machen wir natürlich auch. Das man natürlich sagt, ja, wir besorgen uns aus den Erträgen, die wir machen, die nötigen Rücklagen, um dann eine Steuer zu zahlen. Wenn es so weit ist, wenn wir denn eine zahlen sollten. Solange wir keine zahlen müssen, machen wir das auch nicht. In dem Fall, es wäre ja alles machbar.

Ulrich: Also wenn man von Krisenunternehmen absieht, was sich allerdings auch im Wert dann niederschlagen müsste.

Martin: Was ja vielleicht auch manchmal okay ist, wenn Krisenunternehmen dann vielleicht, es gibt ja sowas wie Marktbereinigungseffekte, also die gleichen Leute, die uns warnen vor zu viel Steuern, predigen ja auch gern den freien Markt.

Martin: Von daher, ich hoffe das war jetzt nicht drauf, ich habe einen Anruf, nein. Und wobei ich stehen geblieben. Die Predigen in freien Markt und dazu gehört es halt auch mal, dass es mal ein Krisenunternehmen auch mal an der Stelle eventuell auch sein kann, dass es halt zu einem Ende kommt. Da hilft es jetzt nicht, ob jetzt die Erbschaftssteuerausstatt geben ist oder ob es keinen Investor mehr gibt an der Stelle. Das ist halt vielleicht der Lauf der Dinge, der da manchmal passiert.

Ulrich: bei dem Predigen des Freien Marktes.

Ulrich: Ja und normalerweise müsste das Krisenunternehmen eigentlich auch niedrigeren Wert haben als das hochprofitable Unternehmen.

Martin: Ja, und dann müsste man auch weniger Steuern zahlen und dann man auch noch mehr Möglichkeiten, das zu restrukturieren. Es gibt bestimmt Edge-Cases, über die man vernünftig nachdenken muss und wo man auch die Regelung vernünftig anpassen muss, ohne dass man aus Versehen wieder das nächste Loch aufmacht.

Ulrich: Genau.

Ulrich: Das ist ja bei allgemeingültigen Regelungen immer so. Ich wollte aber noch mal zum Unternehmen zurückkommen. Wenn du ein profitables Unternehmen hast, ist natürlich, wenn ich eine volle Erbschaftssteuer in der gängigen Höhe zahlen muss, das schon eine Belastung für den Erben und für das Unternehmen. da gibt es ja auch andere Möglichkeiten, als gar keine Steuer zu zahlen. Der Staat könnte zum Beispiel ein günstig verzinstes Darlehen geben, was über einen Zeitraum 10, 20 Jahre getilgt wird, eben aus den Gewinnen des Unternehmens. Und was dazu führt, ist dieser Cash-Abfluss und der größte Kritikpunkt an der Erbschaftssteuer für den Erben von Unternehmensvermögen eigentlich beseitigt ist. Der kriegt dann halt nur weniger Dividende.

Martin: Gute Nacht. Also das ist ja auch viel, was jetzt aktuell diskutiert wird. Großzügige Stundungsregelungen. Es geht jetzt nicht darum, Tabula rasa zu machen, sondern irgendwie das gemeinsam zu schaffen. Mein Punkt ist ja auch nicht, dass ich sage, man müsste jetzt mal richtig abcashen und alle, die zu viel haben, auf Null reduzieren, sondern ich denke halt, es gibt einen vernünftigen Weg, aber sage mal, Null ist für mich genauso eine Extremposition, wie wir enteignen alle. Die Mitte liegt ja irgendwo dazwischen.

Ulrich: Ja und das gibt ja auch in der Presse wurde ja gerade das Erbe der südkoreanischen reichen Familie glaube ich war das durch die Presse getrieben die 9 oder 10 Milliarden waren es glaube ich Erbschaftssteuer bezahlt haben und sich hingestellt haben und gesagt haben wie stolz sie drauf sind dass sie das können und dass sie das machen. Aber ja.

Martin: Die stehen ja hinter Samsung, das ist jetzt ja auch kein Unternehmen, was jetzt direkt einen Kurseinbruch hatte danach. Das muss man ja auch mal sehen.

Ulrich: Ja, das zweite Argument. Das ist ja alles schon mal verstellt. Ja, natürlich.

Martin: Lass mich vielleicht noch einen Punkt aufmachen, bevor wir einen charmanten Punkt, den ich auch noch mal reinwerfen möchte, angenommen man möchte nicht vererben, oder man kann nicht vererben oder man stellt sich irgendwie mit der ganzen Schenkung oder Erbschaftssteuer dann schwierig vor an der Stelle, dann ist ja auch noch, finde ich, ein sehr sympathisches Thema, was jetzt vielleicht neu aufkommt, wenn es denn endlich mal durchkommt, ist das Thema Gesellschaft mit gebundenem Kapital. So heißt das, ich, im Ich könnte ja auch mein Unternehmen an das Unternehmen selbst verschenken. Ich habe kein Erben da, aber das Unternehmen gehört sich selbst. Das Kapital ist gebunden da drin. Leute können weiter arbeiten und es würde sich dann in eine Reihe von Unternehmen einordnen, die sehr erfolgreich dieses Modell fahren. Vielleicht in der Form der Stiftung. oder Bosch zum Beispiel bei uns sehen hat das. Ich meine Ikea macht das auch so. Ich glaube Rolex ist auch so ein Beispiel. Und da denkt man einfach, man hat so Vorstellung, als ob da nichts geht, ob alles zusammenbricht. Aber auf dieser Basis sind einige der langlebigsten, stabilsten Unternehmen überhaupt entstanden.

Ulrich: Das ist jeden Fall kein Thema. Was sagst du denn zu dem Thema, das doch alles schon mal versteuert worden ist? Warum soll der Erbe noch mal steuern?

Martin: Sorry, ich nehme mal jetzt auf ein neues Thema.

Martin: Das musstest du eigentlich erklären. Es gibt ja so viele Steuern, die man doppelt und dreifach zahlt. Mehrwertsteuer habe ich schon in den Kommentaren angeführt. Das ist ja auch das typische Beispiel. Ich versteue nicht mein, ich kriege eine Einkommensteuer und danach zahle ich Mehrwertsteuer an der Kasse. Auch mit meinem Nettoeinkommen bezahle ich Kfz-Steuer für mein Auto. Das auch eine Doppelbesteuerung. Ich habe auch eine Körperschaftssteuer auf mein Unternehmen. Dann zahle ich darauf nochmal eine Steuer auf Kapitalerträge. Ich versuche es mal einigermaßen korrekt zu drücken. Einkommenszuflüsse werden besteuert. Ist das das richtige Wort?

Ulrich: Ja, je nachdem Einkommenszuflüsse, Verbräuche, Transaktionen, da gibt es ja unterschiedliche Arten.

Martin: Transaktion. Es wird ja in jeder Ecke gebesteuert. Ich finde das ist so bemerkenswert, dass man es schafft, so eine Idee zu platzieren und dass sie dann überall wiedergekeult wird, ohne dass jemand mal drüber nachdenkt, dass das eigentlich ein totales Homburg-Argument ist.

Ulrich: Ja, ist das eine, es wie gesagt, die Mehrwertsteuer ist ja das beste Beispiel, die wir haben, wo wir täglich im Restaurant, im Laden bei jedem Kauf zwischen 7 und 19 Prozent Steuern bezahlen aus versteuertem Geld. Und das zweite ist der Erbe, also derjenige, der das bekommt, der hat ja noch gar keine Steuern gezahlt. Da drauf.

Martin: Auch das? Ja. Man führt ja immer an nach dem Motto, deine Eltern haben gearbeitet, die haben schon so viel Steuern gezahlt und jetzt musst du auch noch Steuern zahlen. Ja.

Ulrich: Ja, eine, das habe ich auch gelesen. Die sagten, das ist eine Entschädigung für dich, weil deine Eltern so viel gearbeitet haben, dieses Unternehmen aufzubauen. Auf den ersten Blick ein ganz valides Argument. Auf den zweiten Blick die Familie, wo beide Eltern anerthalb Jobs haben, überhaupt die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die haben mindestens genauso viel gearbeitet. Die waren nicht so erfolgreich. Aber ... Da gibt es ja nichts zu erben. Und in beiden Fällen hat der Erbe...

Martin: Ja, oder wenn die Eltern so viel gearbeitet haben und nur 200 Wohnungen zusammen bekommen haben, als Beispiel, mal jetzt Extrembeispiel, dann musst du Erbschaftsstufe zahlen und die Eltern, die dann 300 geschafft haben, musst du nicht mehr zahlen. das ist doch, ist mir auch schon verrückt.

Ulrich: Genau.

Ulrich: noch ärgerlicher bei 299 und kurz vorm Notartermin. Das ist wirklich abstrus. Wie erklärst du dir denn die Emotionalität dieser Diskussion? Da fehlen ja auch Worte wie der Martin ist zu dumm das zu verstehen, der versteht das einfach nicht, das ist so einfach, so viele verstehen es nicht.

Martin: Ja, ich glaube, ist ja irgendwie vielleicht so, das tue ich auch ab, weil ich einfach denke, das ist ja mittlerweile vielleicht auch für manche Leute okay, weil es irgendwie im Internet ist. würde nie so auf der Straße reden. Ich habe auch nie jemanden getroffen, mir öffentlich gesagt hat, du verstehst es nicht. Das wäre auch eine interessante Diskussion danach. Aber da kann man das dann mal schreiben. Aber wahrscheinlich also. Es ist ja dann, für mich ist das so ein Zeichen, das ist ja keine Diskussion würdig sozusagen. Wenn jemand sagt, ich verstehe es nicht, okay, es wäre dann zumindest interessant zu wissen. Und da antworte ich dann auch gerne mal drauf, wenn mir jemand sagt, was ich nicht verstehe und wo man dann im Detail nochmal reingehen könnte. Aber ansonsten ist es halt, vielleicht sind es auch Bots dabei oder keine Ahnung.

Ulrich: Auf die Frage, was du nicht verstehst, wahrscheinlich die Antwort, wenn ich dir das jetzt auch noch erklären muss, dann ist ja alles verloren wahrscheinlich. bin in so einer Diskussion gelandet, die habe ich dann auch abgebrochen, weil es gab keine Antwort auf meine Frage, es gab nur Angriffe und das macht dann nur begrenzt Sinn.

Martin: Ja.

Martin: Ja, Argumente gerne. So finde ich auch immer schön, das nochmal zu challengen und nochmal darüber nachzudenken. Aber wenn es dann einfach nur so die Person geht, nach dem Motto, du kannst ja kein BWL nehmen, dann ey, ich muss dir nicht meinen Leistungsnachweis hierherbringen, zu belegen, dass ich schon irgendwas verstanden habe.

Ulrich: Ich erlebe in meinen Diskussionen häufig den Vergleich mit den skandinavischen Ländern, wo es überwiegend keine Erbschaftssteuer gibt. Da wird dann aber vergessen, dass die Verbrauchsteuer bei den Leuten, die vermögend sind, einfach höher sind. Wenn man sich ein teures Auto kauft, zeigt man 100 Prozent Mehrwertsteuer noch mal oben drauf oder Luxussteuer. Wenn man in dem Jahr, wo du 26 Millionen erbst, zu schnell fährst in den Ländern. dann ist das Ticket ein Einkommenssteuerabhängig, was auch Sinn macht aus meiner Sicht, weil das dann auch mal wehtut gleichmäßig und nicht dem Sozialhilfeempfänger oder den Jugendlichen oder jungen Studenten, der zu schnell gefahren ist. Für den ist die Laske ja viel höher durch das Ticket als wenn einer sehr wohlhabend ist. Und das über Luxussteuer oder Verbrauchsteuern zu regeln, dafür habe ich auch durchaus Sympathie. Ich würde vielleicht auch den CO2-Verbrauch der Menschen, der signifikant höher ist als die von dir, mir und anderen Menschen sowieso, ein bisschen regeln. Also wenn man so eine 100 Millionen Yacht kauft und dann nochmal 100 Millionen zusätzlich an die Gemeinschaft zahlt. konnte man damit schon ein bisschen was machen und derjenige der sich die kauft ist wahrscheinlich danach auch immer noch eher überreich wie manche Leute sagen.

Martin: Ja, also das ist ein Punkt, ich total mitgehen kann. Wenn man nochmal dahinter guckt, der Erbschaftsstoff ist vielleicht gerade ein Thema, vielleicht auch, wenn man das greifbar machen kann, weil ich das greifbar machen kann. Im Kern geht es ja darum, Gesellschaften zu haben, die nicht extrem auseinanderdriften. Ich glaube schon, dass das in Ordnung ist und dass es einfach auch dazu gehört zum menschlichen Dasein, dass der eine irgendwie bisschen mehr machen möchte, dass man irgendwie weiterkommen möchte, dass man irgendwie Chancen haben möchte, sich zu entwickeln, man sein Glück einfach selbst in die Hand nimmt. Aber dadurch, dass ein Teil der Gesellschaft jenseits auch des Vorstellbaren von uns abdriftet, also in Vermögenswerte, die auch nicht besteuert werden, die auch nicht ansatzweise eingepremst werden, so das geht einfach lustig weiter und dann auch noch Einfluss nimmt auf unsere Demokratie durch Medien, andere Themen, ist es dann, finde ich schon, die Last, das zu tragen, schon sehr groß. Und ich glaube, Länder die nicht so eine breite Spreizung haben, glaube ich nicht, aber das ist ja auch belegbar, kann man sehen, die Lebensqualität für alle höher. Witzigerweise ja auch für die wenigen Reichen, die würden davon profitieren, wenn sie in ihrem eigenen Land auch mit der U-Bahn fahren können.

Ulrich: Ja, das auch. Letzter Punkt in der Diskussion, darauf will ich auch noch mal eingehen. Du hast ja zahlreiche E-Bahns geschickt bekommen von Menschen, sagten, wenn du nicht weißt, wohin, dann zu mir oder hier ist die E-Bahn von der Bundesrepublik Deutschland, dann zahl doch was. Was hast du gemacht? Hast du jetzt deine Erbschaftssteuer nach Gutdünken verteilt? Wie reagierst du auf diese Dinge?

Martin: Ich frage mich dabei wirklich, ob das die Leute ernst meinen. ist so, ich kann mir nicht vorstellen. Das sind ja auch zum Teil, ich gucke da manchmal die Jobdescription an, die dann irgendwie unter dem Namen steht. Die haben ja verantwortungsvolle Personen, die müssen ja ein wenig so grundlagensystemisches Denken, irgendwo muss ja irgendwo schon mal aus Versehen vorbei geschrammt sein. So, dass irgendwie klar ist, ich kann mein Geld komplett wegspenden, ich kann alles an einen Hamsterverein hier die Ecke geben und es würde keinen Unterschied machen. Vielleicht für den Hamsterverein, das wäre der krasseste Hamsterverein überhaupt. Aber der Rest wird ja nichts verändern, weil es einfach dann doch zu wenig ist, um eine Veränderung zu machen. Wir im Staatshaushalt von Milliarden. Wir reden hier von 400 Milliarden, eventuell über die letzten Jahre, oder wie auch immer, hätten eingenommen werden können. Deswegen glaube ich ist es viel wichtiger, den Finger in die Wurzel zu legen und sagen, ey, das ist ein systemisches Problem, ich will, dass ihr Regeln macht. Und ich sage auch gerne noch mal, ich spende nichts und ihr sollt mich feguistisch halten und euch auch, für mich ist auch aufregend darüber. Hauptsache ihr kommt in die Diskussion mal, dieses Thema greifbar zu machen, dass man darüber nachdenken muss, dass das so nicht okay sein kann. Das ist also mein Ansatz dazu. Warum diese I-Bahn so oft geteilt worden ist, ich meine ja halt auch so... Wenn man einer einen Witz macht, okay, wenn den Witz dann 10 oder 20 Leute machen, ich hab mich noch so gefragt, es psychologischen Effekt gibt, vielleicht sowas wie, dass es den Leuten so absurd vorkommt, dass der Staat eine E-Bahn hat, wo man was hinspenden kann, dass es für die einfach ein Dauergag ist oder irgendwie so, irgendwer frei will die Steuern zahlen. Keine Ahnung.

Ulrich: Also ich wollte sagen, also der Purpose der Steuerberatung ist ja nicht sinnlos Steuern zu zahlen oder zu viel oder zu wenig, sondern einen angemessenen Teil an dem Zusammenleben hier mitzutragen. Natürlich macht der Staat Fehler beim Ausgeben, aber der macht auch manchmal gute Sachen. Das ist glaube ich bei dir im Unternehmen und bei mir im Unternehmen auch so, wenn ich überlege, auf wie viel Scherben gescheiterter in Experimente oder Fehlinvestitionen. stehe, das ist täglich Brot. Man muss halt miteinander arbeiten, daraus lernen und das besser machen. Vielen Dank für deine Insights. Das hat mir wieder viel Spaß gemacht, Martin.

Martin: Ja Uli, ich danke dir, es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht.

Ulrich: Ich freue mich auf die Ausstrahlung und die Kommentare unter den entsprechenden LinkedIn-Posts.

Martin: Freue mich auch so. wer was kommentiert und ich kann verstehen, was der Punkt ist, also alles außer Martin hat es nicht verstanden, versuche ich auch gerne darauf zu antworten.

Ulrich: Das geht mir ähnlich. Ich freue mich auf die Diskussion. Vielen Dank und bis bald.

Martin: Bis bald, tschau!

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