redenhilft #51: mutloslos

Shownotes

Veränderung wollen alle. Wirklich? Fragen wir doch mal Dr. Katharina Reuter, GF des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW) und sie zieht Uli Britting die Ohren lang. Nicht, weil er doofe Fragen stellt, sondern weil in der deutschen Wirtschaft aus ihrer Sicht, eine große Lücke zwischen Soll und Ist nervt. Ihr Verband will deswegen konkrete Veränderungen und zeigt immer wieder auf, dass sich wirtschaftliche Transformation und emotionale, nachhaltige Narrative nicht widersprechen müssen und warum Wettbewerbsfähigkeit nicht im Widerspruch zur Klimapolitik steht. Ihr Verband will ein Hebel für Veränderung sein. Folgt diesem Gespräch, ihren mutigen Worten und Ideen und lasst Euch motivieren.

** Gast dieser Folge: ** Prof. Dr. Katharina Reuter. https://www.linkedin.com/in/dr-katharina-reuter/ https://www.bnw-bundesverband.de/

Host: Uli Britting LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/ulrichbritting ba tax gmbh LinkedIn: https://de.linkedin.com/company/bagroup5 Website: https://ba-tax.de/

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Ulrich: Ulrich Herzlich willkommen zur neuen Episode von bataxter, diesmal mit Katharina Reuter, Geschäftsführerin vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft. Von diesem Verbund kennen wir uns auch. Herzlich willkommen Katharina.

Katharina: Katharina Hallo, ich freue mich.

Ulrich: Ulrich Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mir ein bisschen über unseren Deinen Verband zu sprechen, ein bisschen darüber zu diskutieren, was Unterschiede zu anderen Verbänden sind und dann mal sehen, uns das Gespräch hintreibt. Aber vielleicht kannst du dich unseren Hörerinnen einmal vorstellen, ganz zu Beginn.

Katharina: Katharina mache ich total gerne. Also mich treibt das Thema, wie kann ich mich für die Gesellschaft einsetzen, tatsächlich seit ich so 15, 16 bin, da habe ich mich in der Jugendumweltbewegung dann engagiert und habe auch früh Kommunalpolitik gemacht und habe im Studium dann das Thema Bioprodukte entdeckt. Also ich habe Agrarwissenschaften studiert und zur Vermarktung von Bioprodukten in den Mittel- und osteuropäischen Ländern promoviert. Und das hat mich dann auch nicht mehr losgelassen. Und bis heute sind so diese Agrar- und Ernährungswirtschaftlichen Fragestellungen echt so mein Leidenschaftsthema. Aber als Geschäftsführerin vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft darf ich auch breiter arbeiten. Also wir sind ja branchenübergreifend aufgestellt. Das heißt, da haben wir viele Themen am Wickel. Und ich hatte zwischendurch eben noch Positionen als Geschäftsführerin einer Stiftung und von einem breiten NGO Bündnis der Klimaallianz Deutschland. Seit zwölf Jahren darf ich jetzt für den BNW arbeiten.

Ulrich: Ulrich Ja, und da hat sich sehr viel getan. den letzten zwölf Jahren habe ich letztes Jahr auf der Jahresversammlung gelernt. Vielleicht kannst du noch zwei, drei Worte für die nicht wissenden Zuhörerinnen sagen. Was ist der BNW? Was macht der BNW? Und warum kann und sollte man damit?

Katharina: Katharina Also man kann da Mitglied werden als Unternehmen, wenn man Nachhaltigkeit im Kerngeschäft verankert hat. Es geht tatsächlich darum, dass wir im BNW die Stimmen der Unternehmen bündeln, die eben auch sagen, wir haben doch schon klimafreundliche Lösungen, wir haben an sozialen Innovationen gearbeitet, wir können zeigen, ich weiß es nicht, dass beispielsweise Outdoor-Kleidung auch ohne diese Ewigkeitschemikalie, PFAS. funktioniert und genau diese Lösung bringen wir gemeinsam in die Politik. Und es geht tatsächlich schon auch darum, das aufzubrechen, dass ja in Medien, aber auch in der Politik immer irgendwie ankommt, es gäbe nur eine Stimme aus der Wirtschaft und die Wirtschaft will jetzt gerade keinen Klimaschutz mehr und die Wirtschaft ist überfordert, wenn man eben auch gemeinsame Leitplanken entwickelt. Und die Unternehmen, die bei uns Mitglied sind, das sind 700 bundesweit aus ganz vielen verschiedenen Branchen, aus ganz vielen verschiedenen Unternehmensgrößen auch. Die sind eben der Meinung, wenn wir das mit diesem Wandel und der Modernisierung der Wirtschaft hinkriegen wollen, dann brauchen wir auch alle die einheitlichen Leitplanken dafür, damit es für alle fair zugeht.

Ulrich: Ulrich Vielen Dank. Also die Unternehmen, die Mitglied sind, müssen Nachhaltigkeit schon in ihrem Denken ihrer DNA, Businessmodell mit verankert haben. Und das kann branchenübergreifend passieren in ganz unterschiedlichen Bereichen. hast ja viel über Agrar gesprochen. Wir sind als Wirtschaftsprüfer auch Mitglied. Also da sieht man schon die ganze, ganze Breite.

Katharina: Katharina Ihr als Wirtschaftsprüfer seid Mitglied. Wir haben große Handelsunternehmen. DM ist bei uns Mitglied und Otto. Wir haben ethisch-ökologische Banken. Wir haben Ökostromproduzenten. Wir haben aber eben auch Textilunternehmen und ganz, ganz tolle Start-ups aus dem Bereich Clean Tech und Circular Economy. Von daher aber auch große, große alte Player quasi der Kreislaufwirtschaft wie Remondes beispielsweise ist bei uns Mitglied. Und wir freuen uns jetzt gerade, dass wir unser erstes energieintensives Unternehmen aufgenommen haben. Die heißen Zink, hinten mit Q geschrieben. Und die machen Feuerverzinkung von Stahl und sind eben für ihren klimafreundlichen Ansatz gerade von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet worden. Das heißt, da fiel die Prüfung quasi dann auch leicht. Aber auch Techem ist gerade Mitglied geworden. du siehst so die, genau, die Vielfalt, Viva con Aqua. ganz, ganz viele verschieden tolle Unternehmen. Und die gemeinsame Klammer ist eben immer dieses aus intrinsischer Motivation, weil man kann wirklich nicht behaupten, dass irgendwie dem Thema nachhaltiges Wirtschaften jemals schon ein roter Teppich ausgerollt worden wäre oder ein grüner. Das gab es einfach nie. Sondern die Unternehmerinnen und Unternehmer und sie treibt das eben wirklich aus intrinsischer Motivation, dass sie überlegen, es muss doch auch funktionieren. eben im Einklang mit den planetaren Grenzen zu wirtschaften. Und es muss doch auch funktionieren, dass beispielsweise die Verantwortung für die Menschen in der Lieferkette, dass die eben nicht am eigenen Bergstor halt macht, sondern dass das die ganze Lieferkette umfasst. Und ja, es ist einfach ein ganz, ganz tolles, starkes Netzwerk. Und Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer wie ihr gehören auch dazu.

Ulrich: Ulrich Ja, vielen Dank. Nachhaltigkeit ist ja aktuell ein bisschen ein schwieriges Wort, weil das so durchs Dorf getrieben worden ist, dass es in Teilen sogar negativ verhaftet ist. Wir kämpfen auch an der einen oder anderen Stelle damit, weil das oft auf den ökologischen Aspekt beschränkt wird. Und wir kommen ja über die Bikorpschiene dann auch zu euch, wo es eigentlich darum geht, im Gesamtheitlich Unternehmen neu zu denken, dass man sagt, wir machen das ohne Ressourcen zu erschöpfen oder zu verbrauchen und einen positiven Gesamtimpakt zu kreieren. Schritt für Schritt, nicht gleich von 0 auf 100, aber jeder so gut wie er kann. Und die Reise ist das Ziel. Wie ist das denn bei euch in der Zeit? Seht ihr gerade? Ist es gerade schwerer, neue Unternehmen zu begeistern oder? Geht es gerade jetzt in Zeiten von Donald Trump besser, weil alle sagen, okay, wir müssen lauter werden?

Katharina: Katharina Ja, so ein bisschen jetzt erst recht. Also es ist auf jeden Fall gerade so, dass es gut läuft und ich sehr happy bin, dass eben auch der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft da so stabil durch diese, du hast es beschrieben, schwierige Debattenlage da draußen auch gerade. Da kommen wir gerade sehr gut durch und trotzdem kommt, setzt glaube ich darauf an, dass wir auch neue Worte finden. dass wir eben stärker all das von der Zukunftsfähigkeit nachhaltigen Lösungen, dass wir da vielleicht eben mehr über die Innovationskraft sprechen, darüber wie das zur Modernisierung der Wirtschaft beiträgt, dass wir immer auch aufzeigen, was bringt das für die Wettbewerbsfähigkeit, weil wir hören beispielsweise aus dem Wirtschaftsministerium, aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dass dort das Wort Nachhaltigkeit gestrichen ist und eben nur noch das Wort Wettbewerbsfähigkeit zählt. Von daher muss man auch immer schauen, wie passen denn die Lösungen und die Geschichten dann eben auch zusammen.

Ulrich: Ulrich Ja, spannend, also ganz streichen und Wettbewerbsfähigkeit finde ich ja wild, weil eigentlich ist es kein Widerspruch, weil wenn ich langfristig erfolgreich sein will, dann ist ja das Wort Nachhaltigkeit eigentlich schon drin. Aber du hast es gesagt, wir müssen neue Worte finden. Ich habe gerade auf einem kleineren Event Julius Palmen getroffen, der deine Keynote gesprochen hatte und der auch meinte, vielleicht muss man sich überlegen, einen anderen Erklärungsansatz und Diskussionsansatz zu finden.

Katharina: Katharina eben.

Ulrich: Ulrich weil nur weil Fakten Wissenschaft und andere einem Recht geben, ist die Frage, wie erreiche ich Menschen emotional?

Katharina: Katharina Absolut. Und also das ist auf jeden Fall auch was, was uns gerade umtreibt und wo wir ganz dankbar sind, dass aus der Mitgliedschaft so eine Initiative eben auch kam zu sagen, lasst uns mal über Narrative reden, lasst uns mal eine Arbeitsgruppe machen, wo wir da quasi genauer hinschauen. Und da werden wir jetzt eben auch ganz spannende Ergebnisse aus dieser Diskussion haben. Welche Narrative sind dann jetzt auch in Zukunft für den BNW die richtigen? Und es geht eben viel, dass mit auch diesen Punkten, zum Beispiel Widerstandsfähigkeit von einer Volkswirtschaft, Resilienz, das damit zu verbinden, mit dem Thema Sicherheit. weil natürlich hat das ganz, ganz viel damit zu tun, wenn du eben auch Wirtschaft hier vor Ort unter vernünftigen Bedingungen und so weiter sicherst. Das zahlt auf die Widerstandsfähigkeit und die Sicherheit des Landes ja auch ein.

Ulrich: Ulrich Ja, ich finde das in Teilen bei der Energiediskussion ganz beeindruckend, wo wir ja gerade eine Rolle rückwärts machen in traditionelle Kraftwerke und Energieformen, während wir parallel unsere Bundeswehr massiv unterstützen und aus der Ukraine hören, wenn sie nicht so viel Windenergie und dezentrale Energie hätten, würde es ihnen viel schlechter gehen. Da sind so viele Widersprüche drin, dass es manchmal schwierig ist, das zu verstehen.

Katharina: Katharina Mhm.

Ulrich: Ulrich Aber wenn du jetzt den BNW vergleichst mit anderen Verbänden, wie den Familienunternehmen, die ja auch viel in der Presse waren, oder den Handelskammern, was außer, dass ihr die Nachhaltigkeit so in den Mittelpunkt rückt, sind Unterschiede aus deiner Sicht.

Katharina: Katharina Also gerade weil du die Kammern angesprochen hast, da ist ja der größte Unterschied. Bei uns ist man freiwillig Mitglied und in den Kammern ist man pflichtweise organisiert. Und das bringt auf jeden Fall eine große Verantwortung für die Kammern mit sich. Und wir haben an der Stelle und wir haben auch ein aktuelles Beispiel. Die haben nämlich so ein Klima. Papier verabschiedet, wo sie eben vorschlagen, lasst uns doch künftig bitte nicht mehr mit eigenen ambitionierten Klimazielen vorangehen, sondern uns an unseren Konkurrenten orientieren. Und wenn die niedrigere Klimaziele haben, dann machen wir unsere Klimaziele auch niedriger. Und sozusagen haben sich verabschiedet von der Idee, dass wir auch jahrescharfe Klimaziele haben. Und das finden wir inhaltlich schwierig. Aber ich finde sozusagen auch aus dieser Verantwortung raus. dass sie ja eben Pflichtweise den ganz, ganz großen Teil der Wirtschaft repräsentieren, das ja nicht basisdemokratisch abgefragt haben. Wie seht ihr das? Und viele, viele Unternehmen natürlich, denk mal an die ganzen, Energiespeicher bauen, die in Smart Mieter investieren, die erneuerbare Energienanlagen betreiben und und und. Deren Geschäftsmodell ist ja sozusagen dann an der Stelle auch immer ein Stück weit zum Klimaschutz beizutragen und plötzlich sägt Die Organisation, wo du ja sozusagen auch immer deinen Jahresbeitrag fleißig hin überweist, die sägt dann an diesen Zielen und an diese politischen Rahmengebungen. Und ich finde da auf jeden Fall eben den Appell wichtig, dass sie diese macht, die ihnen zukommt, darüber, dass sie eben einfach sehr groß sind, sehr viel Geld haben, sehr viel Personal haben, dass sie die in dem Sinne auch lauter nutzen dürfen und nicht so unlauter, wie sie es zur Zeit tun, dass sie eben einfach mit einem top down von oben verabschiedeten Papier sagen, so tickt die Wirtschaft, weißt du, da kommt das dann wieder, die Wirtschaft. Dass sie da einfach diese Vielfalt und eigentlich schreibt ihnen das, das IHK-Gesetz auch vor, dass sie die Vielfalt der Meinung eben auch veröffentlichen müssen.

Katharina: Katharina eine ganz andere Frage sind ja dann beispielsweise eben auch klassische andere Wirtschaftsverbände. Du hast die Familienunternehmer angesprochen und da würde ich sagen, da steckt ein Unterschied dann einfach auch in den Positionen und trotzdem, wenn du über die schiere Anzahl von Mitgliedern schaust, haben die natürlich eben, ist es immer so ein David gegen Goliath-Ding, auch wenn du jetzt den WNW gegen den BDI stellst, das ist eben einfach ein sehr ungleiches Kräftemessen und mir ist letztens aufgefallen, es geht ja gar nicht nur Geld und damit dann sozusagen auch wieder Personal, die sozusagen Ausstattung der Geschäftsstelle und so weiter, was man irgendwie alles dann auf die Beine stellen kann. Es geht ja auch die jahrzehntelange Verflechtung von Kontakten. Und wenn ich beispielsweise aus diesen klassischen Wirtschaftsverbänden dann höre, welche kleinen internen informellen Gesprächsrunden es mit Staatssekretär XY gab und dann war irgendwie noch der und da wichtige Entscheidungsträger dabei, übrigens oftmals Männer, dann ist das schon auch immer eine Frage, dass ich denke, warum sitzen wir denn da nicht mit am Tisch? Warum lädt der Staatssekretär, die Staatssekretärin denn dann nicht gleichberechtigt eben auch eine Stimme aus der progressiven Wirtschaft ein? Also das ist auf jeden Fall so bisschen das herausfordernde Umfeld, in dem wir uns bewegen.

Ulrich: Ulrich sind unsere Politiker vielleicht so ein bisschen wie Hase vor der Schlange in der etwas schwierigeren Zeit, wo wir vor allem in Deutschland Innovation und Modernisierung in dem Glauben uns geht es hier so gut und wir müssen uns nicht stark verändern, vergessen haben, dass die jetzt da sitzen und verzweifelt an die alten Großunternehmen hingucken und sagen, helft uns doch bitte, dass es wieder aufwärts geht.

Katharina: Katharina Ja, es ist auf jeden Fall gerade schon so ein Stückchen paradox, dass man das Gefühl hat, okay, jetzt ist gerade Krise und da fällt aber eben dann auch Politik vor allen Dingen das ein, das Alte zu schützen. Und vielleicht ist das ja auch einigermaßen verständlich, weil das hat irgendwie in der Vergangenheit Deutschland Wohlstand beschert und Arbeitsplätze und vielleicht herrscht ja auch eben so ein Glauben vor, na, warum soll das nicht immer so weiterlaufen? Aber ich glaube, da lohnt es sich eben hinzuschauen, dass ja alleine beispielsweise auch in dem Risk Index, den das Weltwirtschaftsforum immer veröffentlicht, wo du quasi sehen kannst, auf eine 10-Jahresperspektive sagen die CEOs, also sozusagen nicht Ökospinner, sondern die Wirtschaftsleute sagen, die größten Risiken für die Wirtschaft liegen in umwelt- und klimabezogenen Risiken im Verlust der Biodiversität, in der Erderhitzung und und und. Das wird sozusagen auch massive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Wir wissen, dass eben die Klimakrise schlecht fürs BIP ist. Das heißt, wenn wir das mit dem Klimaschutz hinkriegen, dann hätten wir auch wieder ein höheres BIP. Aber sowas wird ausgeschaltet. Und ich glaube, das liegt eben daran, weil es nicht so kurzfristig greifbar scheint, sondern man lieber irgendwie das Paket an alten Lösungen eben nimmt und das fördert und da Geld reinpumpt. Weil das haben wir schon immer so gemacht und das machen wir auch weiter so. Aber damit verpassen wir natürlich völlig diesen, wie ich dann auch wieder sagen würde, was uns wettbewerbsfähig machen würde. Damit verpassen wir total diesen ganzen Zug, auch weiter Marktführer zu sein für Clean Tech, für die ganzen Lösungen im Bereich der Umgestaltung des Energiesystems. Weil wenn wir uns anschauen, wie groß quasi gerade diese Hebel sind, die in China und Indien beispielsweise umgelegt werden, das sieht man doch, wo die Zukunftsmärkte entstehen. Und wenn wir hier noch länger so weitermachen mit diesem Zickzackkurs und wir pumpen irgendwie mal weiter das Geld irgendwie für Unterstützung in das alte System, dann werden wir da einfach abgehängt.

Ulrich: Ulrich Ja, das finde ich total spannend, was du sagst, gerade wo du Indien und China nennst. Wir orientieren uns ja immer an den USA. Ob das heute gerade aktuell so gut ist, weiß ich auch nicht mehr. Ich habe einen amerikanischen Pass. Ich war immer stolz auf die Land of the Free Wurzeln, die ich hatte. Momentan struggle ich an ein paar Stellen etwas damit, aber ich war vor 20. Ja, ich muss ihn jetzt verlängern, aber ich darf einreisen, ob mit meiner

Katharina: Katharina mhm, mhm.

Katharina: Katharina Aber du dürftest noch einreisen.

Ulrich: Ulrich Positionierung gesellschaftlich, ich das will, ist eine ganz andere Frage. Also ich drücke mich gerade davor. Aber ich war vor 20 Jahren das erste Mal in Asien und schon damals sprachen die vom Museum Europa. Und wenn ich aus der Ferne, ohne so informiert und engagiert zu sein, wie du, draufgucke und sehe, was in China alles passiert, bei allen Problemen, die die da auch haben und was jetzt Indien sagt und tut.

Katharina: Katharina Auch, klar.

Ulrich: Ulrich wir ja auch politisch zu spüren, dass die nicht mehr so zu uns aufschauen wie vor 20, 30 Jahren, sondern ganz anderen Speed an Innovation, eine ganz andere Risiko-Investitionsbereitschaft, Zukunftsorientierung haben.

Katharina: Katharina Und ich meine, Indien hat eine Rezyklateinsatzquote beispielsweise ab diesem Jahr. Das heißt, die schaffen es, ihre Rezyklatmärkte auch wirklich anzureizen und haben sozusagen dann diese Schritte zu mehr Zirkularität schon unternommen. Und bei uns gurken wir immer noch damit rum, dass wir überlegen, wie könnte man das denn machen? Und währenddessen bricht bei uns der Rezyklatmarkt zusammen. Also es ist halt auch hart, wenn du siehst, wie viel Wettbewerbsfähigkeit da verloren geht.

Ulrich: Ulrich Ja, ich darf manchmal bei den Zuversichtlichen live dabei sein, bei dem Podcast und zu den Events gehen. Und wenn man sieht, was sie da erreicht haben mit ihren Rezyklatflaschen, ist das schon beeindruckend. Und wenn man dann sieht, wie wenig das gefördert unterstützt oder belohnt wird, sondern fast eher noch bestraft und was da vergeudet wird, an Chance unabhängiger zu werden und viele Probleme zu lösen.

Katharina: Katharina Mhm.

Ulrich: Ulrich macht ein das immer etwas sprachlos. Aber gerade deswegen ist es ja wichtig, dass man sich verbindet und eine politische Stimme hat. Wenn du jetzt in dieses Jahr guckst, Und du hast drei Wünsche frei von dem Flaschengeist. Was sind deine drei Wünsche, die du dir wünschen würdest?

Katharina: Katharina Aber realistische Wünsche, sozusagen in der Annahme, dass wir die Bundesregierung nicht austauschen, sondern dass die bleibt, ne?

Ulrich: Ulrich Also du kannst dir alles wünschen, du willst. Kannst auch zwei realistische und einen unrealistischen dir wünschen.

Katharina: Katharina Hahaha! Ja. Okay. Okay. Also mein unrealistischer Wunsch wäre, dass die Bundesregierung tatsächlich den Mut findet, eine umfassende Mehrwertsteuerreform zu machen und eben auch dazu schauen, lasst uns mit Steuern steuern und lasst uns Steuern so nutzen, dass eben zirkuläre Produkte beispielsweise niedriger besteuert werden, Bioprodukte, pflanzenbasierte Nahrungsmittel. Also du könntest sozusagen an der Straube was drehen und das hätte, glaube ich, wahnsinnigen Hebel. Und ich habe unrealistisch dazu gesagt, weil ja, eine große Mehrwertschaure Reform, glaube ich, wirklich was ist, wo alle so bisschen vor zurückschrecken. Aber das fände ich, das fände ich auf jeden Fall einen wichtigen Wunsch. Ich wünsche mir außerdem, dass das Wirtschaftsministerium seine Blockade beim Thema öffentliche Beschaffung bei Kreislaufwirtschaft aufgibt. Das ist nämlich der Grund, warum dieses Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft noch nicht so richtig quasi an Fahrt aufnehmen kann. Und wir reden jetzt seit 20 Jahren oder wahrscheinlich noch länger darüber, was denn das für ein großer Hebel wäre, wenn wir über die ganzen öffentlichen Aufträge, über die Beschaffung. Das heißt, wir reden seit 20 Jahren darüber, dass wir in Deutschland nicht nur eine Nachhaltigkeitsstrategie haben, die auf einem Papier steht und geduldig ist. Sondern dass durch alle Institutionen, die da mit gutem Vorbild vorangehen können, Ministerien und und und, dass wir da diesen Hebel dann eben auch mal umsetzen, die Milliarden an Auftragsvolumen, die einfach auch an Klimaschutz beispielsweise koppeln. Das wünsche ich mir. Und.

Katharina: Katharina Was wünsch ich mir noch? Ich glaube, ich wünsche mir einfach noch was ganz Privates Persönliches, weil wir gerade vor dem Umzug meiner Eltern aus ihrer eigenen Wohnung in eine Senioreneinrichtung stehen. Da wünsche ich mir, das ein guter Ort wird und eine gute Lösung.

Ulrich: Ulrich war ein schöner Wunsch zum Ende unseres Podcasts, unseres Gesprächs. Vielen Dank für deine Insights, für die persönlichen Einblicke am Schluss und für die tollen möglichen unrealistisch realistischen Wünsche. Vielen Dank Katharina.

Katharina: Katharina Danke, hat Spaß gemacht!

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